Floridas Parlament lehnt schärfere Waffengesetze ab

Trotz des Massakers in Parkland will das Parlament von Florida kein Verbot bestimmter halb automatischer Gewehre. Die anwesenden Schüler brechen in Tränen aus.

Tränen im Parlament: Die Schüler können das Abstimmungsergebnis nicht begreifen. (20. Februar 2018)

Tränen im Parlament: Die Schüler können das Abstimmungsergebnis nicht begreifen. (20. Februar 2018)

Mit einem deutlichen Votum (71:36-Stimmen) hat das Parlament in Florida ein schärferes Waffenrecht abgelehnt; dies nur knapp eine Woche nach dem Massaker an einer High School in Parkland, bei dem der 19-jährige Nikolas Cruz 14 Schüler und drei Erwachsene mit einer halb automatischen Waffe tötete.

Auf der Tribüne des Parlaments in Tallahassee brachen die mit einem Car angereisten Schüler der betroffenen Schule in Tränen aus. «Wenn es wieder ein Massaker gibt, wird es Ihre Schuld sein», sagte eine 16-jährige Schülerin Richtung Abgeordnete und ergänzte: «Sie hatten heute die Chance, damit aufzuhören.»

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Vor der Abstimmung waren die Schüler noch optimistisch gewesen. «Wir sind hier, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert und ich gehe nicht zurück zur Schule, bis die Gesetzgeber und der Präsident dieses Gesetz ändern,» sagte einer.

Als Konsequenz aus dem Schulmassaker von Florida hat sich Präsident Donald Trump immerhin zu kleineren Reformschritten im laxen US-Waffenrecht bereit gezeigt. Das Justizministerium arbeite auf seine Anweisung hin an einem Verbot der sogenannten bump stocks, teilte Trump am Dienstag mit. Dies sind Aufsatzvorrichtungen, die halb automatische in vollautomatische Gewehre umfunktionieren. Ausserdem unterstützt Trump eine effektivere Durchleuchtung von Waffenkäufern. Trump will sich am Mittwoch im Weissen Haus mit Schülern und Lehrern treffen, darunter auch Menschen der betroffenen High School in Parkland sowie Betroffene der Amokläufe von Columbine und Newton.

Die Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland haben für den 24. März eine Demonstration in Washington angekündigt und kriegen dabei prominente Unterstützung: Nach Hollywoodstar George Clooney kündigten am Dienstag auch die TV-Moderatorin Oprah Winfrey und Regisseur Steven Spielberg an, den für den 24. März geplanten «Marsch für unsere Leben» mit 500'000 Dollar zu unterstützen.

Winfrey erklärte, die Mobilisierung erinnere sie an die Proteste gegen Rassendiskriminierung in den 60er Jahren. Spielberg unterstützt die Schülerdemonstration gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Kate Capshaw. Auch der Produzent Jeffrey Katzenberg und seine Frau Marilyn sagten eine Spende von 500'000 Dollar zu.

Clooney will mit seiner Frau, der Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, auch selbst an der Demonstration in Washington teilnehmen. Der Schauspieler hatte den Marsch als «bahnbrechendes Ereignis» bezeichnet. «Das Leben unserer Kinder hängt davon ab», erklärte er am Dienstag. Winfrey schrieb danach im Kurzbotschaftendienst Twitter: «George und Amal, ich stimme Euch absolut zu. Ich schliesse mich Euch an und spende ebenfalls 500'000 Dollar.» Die geplante Demonstration richtet sich vor allem gegen den enormen politischen Einfluss der Waffenlobby NRA.

nag

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