«Frauen aus Tennessee wählen vernünftigen Kandidaten»

Die amerikanische Sängerin Taylor Swift ruft zum Wählen auf. Rapper Kanye West dagegen hat nach seinem Trump-Besuch genug von der Politik.

Sängerin Taylor Swift hat ihre Fans in den USA aufgerufen, bei den Kongresswahlen kommende Woche ihre Stimmen abzugeben. «Bitte sitzt das nicht aus», schrieb sie am Dienstag auf Instagram und machte Werbung für die Briefwahl.

Dazu zeigte sie ein Foto von sich selbst und ihrer Mutter Andrea vor einem Banner, das für den Senatskandidaten der Demokraten in Tennessee, Phil Bredesen, wirbt. Beide Frauen haben US-Fahnen in der Hand.

Trump mag Swifts Musik jetzt weniger

«Diese beiden Frauen aus Tennessee haben den Kandidaten gewählt, der sich als vernünftig und vertrauenswürdig erwiesen hat», schrieb die 28-Jährige dazu. «Wir wollen Führung, keinen Extremismus, der auf Angst basiert».

Die Pop- und Country-Sängerin hatte sich erst Anfang Oktober klar politisch positioniert, nachdem sie jahrelang keine Parteipräferenz hatte erkennen lassen.

Nachdem sie sich für die Demokraten stark gemacht hatte, reagierte schnell auch der republikanische US-Präsident Donald Trump. Er lobte ihre «gute Arbeit» und fügte hinzu, dass er die Musik von Swift jetzt «ungefähr 25 Prozent weniger» möge.

Noch vor sechs Jahren lobte Donald Trump die Sängerin. «Taylor ist grandios!», twitterte er damals. Die erfolgreiche Sängerin wurde in der Vergangenheit immer wieder von amerikanischen extremen Rechten vereinnahmt. So wurde sie mitunter als «reine arische Göttin beschrieben, die nur auf Donald Trump gewartet hatte.

Swift geriet in Kritik, weil sie sich weigerte, über ihre politischen Ansichten zu sprechen. «Es ist nicht meine Aufgabe, das Wahlverhalten der Leute zu beeinflussen», sagte sie einst dem Musikmagazin «Rolling Stone». Dennoch hatte sie sich als Feministin bezeichnet und sich gegen rassistisch motivierte Gewalt ausgesprochen und sich zum damaligen Präsidenten Barack Obama bekannt.

Kanye West fühlt sich von der Politik «benutzt»

US-Rapper Kanye West hat nach seinem aufsehenerregenden Besuch im Weissen Haus vor knapp drei Wochen angekündigt, sich künftig wieder mehr auf seine Musik und Mode zu konzentrieren. Er sei «benutzt worden, um Botschaften zu verbreiten, an die ich nicht glaube», schrieb West am Dienstag auf Twitter. «Ich distanziere mich von Politik und konzentriere mich komplett darauf, kreativ zu sein», hiess es weiter.

Der Rapstar hatte Mitte Oktober für Aufsehen gesorgt, als er bei einem Besuch im Weissen Haus US-Präsident Donald Trump seine Liebe gestanden hatte. Mit dem Satz «Ich liebe diesen Typen» war West von seinem Sitz aufgesprungen und hatte Trump umarmt, der hinter seinem Schreibtisch im Oval Office sass.

Zu viel Politik für den Rapper: US-Präsident Donald Trump empfängt Kanye West im Oval Office Bild: Sebastian Smith/AFP

Auch der Rest seines von weitschweifenden Ausführungen über fehlende «männliche Energie» in Wests Elternhaus und Trumps protektionistische Handelspolitik begleiteten Auftritts machte viele Beobachter sprachlos gemacht – auch den US-Präsidenten.

Jetzt wandte sich der 41-jährige Ehemann von Kim Kardashian in einer Reihe von Tweets gegen die konservative Expertin Candace Owens, die behauptet hatte, West habe die Kleidung für den sogenannten Blexit entworfen – den Abschied schwarzer Wähler von der demokratischen Partei in den USA. «Ich wollte nie mit Blexit in Verbindung gebracht werden und ich habe nichts damit zu tun», twitterte West.

Der Musiker liess offen, ob sich an seiner Unterstützung für Trump etwas geändert hat. Er unterstütze «die Schaffung von Arbeitsplätzen», Gefängnisreformen und Waffengesetze, «die unsere Welt sicherer machen», schrieb West. Er brachte auch «Liebe und Mitleid für Menschen, die Asyl suchen» zum Ausdruck – eine Haltung die sich mit Trumps Anti-Einwanderungspolitik im Konflikt zu stehen scheint.

oli/sda

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