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«Ein Faschist ist Trump nicht»

Sie prägte als Clintons Aussenministerin die US-Politik. In ihrem neuen Buch warnt Madeleine Albright vor einem neuen Faschismus und wähnt die Demokratie in Gefahr.

Bezeichnet sich als Optimistin, die sich viele Sorgen macht: Madeleine Albright. Foto: Stephen Voss (Redux, Laif)
Bezeichnet sich als Optimistin, die sich viele Sorgen macht: Madeleine Albright. Foto: Stephen Voss (Redux, Laif)

Frau Albright, Ihr Aufwachsen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem erstarkenden Kommunismus haben Sie zum Ausgangspunkt Ihres neuen Buchs «Faschismus – eine Warnung» gemacht. Was macht einen Faschisten aus?

Für mich ist ein Faschist jemand, der mit allen Mitteln versucht, Macht zu erlangen, diese auf sich zu vereinen und zu behalten – notfalls mit Gewalt. Jemand, der weder an die regulative Kraft demokratischer Institutionen glaubt noch an die Pressefreiheit. Ein demokratischer Anführer versucht, die Gräben, die durch jede Gesellschaft laufen, zu verkleinern. Ein Faschist sieht sich stattdessen als Sprachrohr der Gruppe auf der einen Seite des Ufers, sei es eine Nation, eine Ethnie oder eine Religion, beansprucht für sie ein Monopol auf die Wahrheit und bringt sie so gegen die Menschen auf der anderen Seite auf. Faschisten sind pragmatisch.

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