Gewalteruption bei Anti-Maduro-Demos

Es ist ein Jahr her, seit bei den blutigen Protesten in Venezuela 43 Menschen starben. Am Jahrestag scheint sich das Geschehen zu wiederholen.

Präsident Maduro soll nach der Meinung der Demonstrierenden endlich Reformen einleiten: Ein Oppositionsdemonstrant bereitet sich auf den Wurf eines Molotov-Cocktails vor. (12.02.2015)

Präsident Maduro soll nach der Meinung der Demonstrierenden endlich Reformen einleiten: Ein Oppositionsdemonstrant bereitet sich auf den Wurf eines Molotov-Cocktails vor. (12.02.2015)

(Bild: Keystone Fernando Llano)

In Venezuela ist es am Jahrestag der gewalttätigen Proteste von Anhängern und Gegnern der Regierung zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen.

In der Hauptstadt Caracas setzten am Donnerstag Gegner von Präsident Nicolas Maduro Mülleimer in Brand und warfen Steine auf Sicherheitskräfte.

Demonstranten verbrannten Bildnisse und Puppen von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. (Quelle: El Paraiso Activo / Youtube)

Nach Angaben von Augenzeugen wurden mindestens sechs Menschen festgenommen. Zuvor hatten dort tausende Menschen für Maduro protestiert. In der Stadt San Cristobal setzte die Polizei Tränengas gegen regierungskritische Demonstranten ein, die Brandsätze auf Beamte geworfen und Geschäfte geplündert hatten. Fünf Polizisten und drei Aktivisten wurden verletzt.

Venezuela leidet unter hoher Inflation, Mangelwirtschaft und gestiegener Kriminalität. Der Ölpreis-Verfall hat die Haushaltsprobleme des Opec-Mitglieds zuletzt noch verschärft.

Gemäss «GlobalPost» hatten Protestierende die Polizei mit Steinen und Molotov-Cocktails beworfen. Die Polizei antwortete mit Tränengas. (Quelle: santoshumberto / Instagram)

Im Frühjahr 2014 waren 43 Menschen bei wochenlangen Protesten gestorben, darunter Unterstützer und Gegner Maduros. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Den ersten Toten hatte es am 12. Februar gegeben.

Bei den überwiegend von Studenten und Oppositionellen getragenen Protesten werden politische Reformen und auch der Rücktritt des Sozialisten Maduro gefordert. Er ist Nachfolger des verstorbenen Hugo Chavez. Maduro wirft seinen Gegnern indes vor, einen von den USA gestützten Staatsstreich zu planen.

rsz/sda

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