«Ich war Hightech-Spion und kein kleiner Hacker»

Edward Snowden fühlt sich offenbar unverstanden: In einem Interview wehrt er sich gegen den Vorwurf, er sei ein einfacher Hacker. Er habe als Top-Geheimdienstagent im Dienste seines Vaterlandes gearbeitet.

Gibt eines seiner seltenen Interviews: Whistleblower Edward Snowden (rechts) mit seinem Gesprächspartner, dem Moderator Brian Williams.

Gibt eines seiner seltenen Interviews: Whistleblower Edward Snowden (rechts) mit seinem Gesprächspartner, dem Moderator Brian Williams.

(Bild: Reuters)

Der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden hat sich in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC als «Hightech-Spion» der US-Geheimdienste bezeichnet. Mit diesen Aussagen wies der 30-Jährige Anschuldigungen seiner Kritiker zurück, die ihn lediglich als kleinen Hacker bezeichnet hatten.

Er sei ausgebildeter Spion und habe für die US-Geheimdienste NSA und CIA verdeckt im Ausland gearbeitet, sagte Snowden im vorab veröffentlichten Ausschnitten eines Interviews. «Wenn die Leute also sagen, dass ich nur ein unwichtiger Systemadministrator bin und nicht weiss, wovon ich spreche, ist das das ein bisschen irreführend», sagte Snowden.

Mit Deckname gearbeitet

Er habe als «technischer Experte» für die US-Geheimdienste CIA und NSA und als Ausbilder beim Militärgeheimdienst DIA gearbeitet. Er habe zwar einen Decknamen gehabt, aber nicht «mit Menschen» gearbeitet und beispielsweise «keine Agenten rekrutiert», sagte der IT-Experte weiter. Seine Aufgabe sei es gewesen, «für die Vereinigten Staaten Systeme zum Laufen zu bringen». Das habe er «auf allen Ebenen» gemacht – «von ganz unten» bei Einsätzen vor Ort «bis ganz nach oben».

Snowden hatte massenhaft vertrauliche NSA-Dokumente an Journalisten übergeben und die Spähaffäre damit ins Rollen gebracht. Er wird von den USA per Haftbefehl gesucht. Seit knapp einem Jahr hält sich Snowden in Russland auf , sein dortiger Asylstatus läuft aber Ende Juli aus.

In Deutschland beschloss der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags zwar eine Befragung Snowdens. Allerdings ist unklar, ob es dazu kommt. Die Bundesregierung will aus Rücksicht auf die US-Regierung keine Zusage zu Snowdens Sicherheit geben. Snowden hatte zuletzt auch brisante neue Enthüllungen zu Deutschland angekündigt.

Das komplette Fernseh-Interview mit Snowden wird heute Nacht ausgestrahlt.

thu/sda

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