Kritischer Radiomoderator in Mexiko erschossen

Am Welttag der Pressefreiheit ist ein Mord im Süden des Landes gemeldet worden – und in der Türkei hat sich das Verfassungsgericht mit den Rechten von Journalisten befasst.

Der bisher vierte Medienschaffende in Mexiko, der 2019 umgebracht wurde: Telésforo Santiago. (Twitter/ThePlumeDoc)

Der bisher vierte Medienschaffende in Mexiko, der 2019 umgebracht wurde: Telésforo Santiago. (Twitter/ThePlumeDoc)

Am Vorabend des internationalen Tags der Pressefreiheit ist in Mexiko ein Journalist erschossen worden. Die Leiche von Telésforo Santiago sei am Donnerstag (Ortszeit) mit Schusswunden in Gesicht und Hals in einem Auto in einer ländlichen Gegend gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Oaxaca mit.

Präsidentensprecher Jesús Ramírez Cuevas sprach via Twitter von einem «Anschlag auf den mexikanischen Journalismus». Die Regierung werde alles dafür tun, die Verantwortlichen zu finden.

Santiago war ein pensionierter Professor für die Bildung der indigenen Bevölkerung. Er hatte den lokalen Radiosender Estéreo Cafetal in San Agustín Loxicha im Bundesstaat Oaxaca gegründet.

Mexiko gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York wurden 2019 bisher vier Medienschaffende in dem lateinamerikanischen Land ermordet. Im vergangenen Jahr waren es demnach mindestens zehn.

In der Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen liegt Mexiko auf Platz 144 von 180. Die Türkei rangiert auf Platz 157.

Türkei: Noch 146 Journalisten in Haft

Dort hat das türkische Verfassungsgericht die Inhaftierung von drei regierungskritischen Journalisten als Verletzung ihrer Rechte gewertet, sechs weitere Klagen aber zurückgewiesen. Das oberste Gericht der Türkei urteilte am Freitag, dass das Recht des Kolumnisten Ali Bulac auf freie Meinungsäusserung und körperliche Unversehrtheit verletzt worden sei. Am Vortag hatte es bereits dem früheren «Cumhuriyet»-Kolumnisten Kadri Gürsel und dem Journalisten Murat Aksoy Recht gegeben.

Das Gericht befasste sich am Donnerstag und Freitag mit den Klagen von insgesamt neun Journalisten, die ihre Inhaftierung nach dem gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 als Verletzung ihres Rechts auf freie Meinungsäusserung und körperliche Unversehrtheit gewertet hatten. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wies das Tribunal jedoch in sechs der neun Fälle die Beschwerden zurück.

Die Urteile fielen am internationalen Tag der Pressefreiheit. In der Rangliste der Organisation Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 157 von 180. Laut der Plattform für Pressefreiheit P24 sind derzeit 146 Journalisten in der Türkei in Haft.

nag/sda

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