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«Man versucht wieder, Folter zu rechtfertigen»

Nach dem Tod Bin Ladens ist eine Debatte über Folter entbrannt. Befürworter haben Auftrieb. Dass Folter in gewissen Ländern salonfähig wurde, habe mit der Politik der Bush-Ära zu tun, sagt ein UNO-Experte.

Waterboarding als Mittel zum Zweck: Nach Bin Ladens Tod haben Folterbefürworter Aufwind. (Bild: Szene aus der Anti-Folter-Kampagne von Amensty International)
Waterboarding als Mittel zum Zweck: Nach Bin Ladens Tod haben Folterbefürworter Aufwind. (Bild: Szene aus der Anti-Folter-Kampagne von Amensty International)
Keystone

Der Tod von Osama Bin Laden hat in den USA eine Folterdebatte ausgelöst. Was denken Sie, wurde Bin Laden erst aufgrund von Aussagen, die andere unter Folter machten, gefasst?

Da gibt es unterschiedliche Aussagen. Manche sagen, das Waterboarding von Khalid Sheikh Mohammed hätte die Hinweise erbracht, die zu Bin Ladens Tod führten, andere sagen, das stimmt nicht. Es ist auch völlig irrelevant. Selbst wenn die Folter dazu geführt haben sollte, dass jemand den Aufenthaltsort Bin Ladens herausfand oder den Namen des Kuriers, der dann den Aufenthaltsort preisgab, ist es trotzdem kein Grund, die Folter für legitim zu erklären. Die Folter ist im Völkerrecht absolut verboten, im Frieden wie im Krieg, zur Ergreifung von Verbrechern oder Terroristen, das macht keinen Unterschied. Jede Folter ist eine Verletzung des Völkerrechts und gleichzeitig ein Verbrechen.

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