Zum Hauptinhalt springen

Morales schaltet seinen E-Mail-Account ab

«Agenten der USA sind im Besitz von E-Mails»: Boliviens Präsident Evo Morales beschuldigt die USA, die bolivianische Staatsspitze auszuspionieren.

Will den USA die Stirn bieten: Evo Morales bei einer früheren Ansprache in einer bolivianischen Ortschaft. (6. Juli 2013)
Will den USA die Stirn bieten: Evo Morales bei einer früheren Ansprache in einer bolivianischen Ortschaft. (6. Juli 2013)
AP/Behörden

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat den US-Geheimdiensten vorgeworfen, den E-Mail-Verkehr der bolivianischen Staatsspitze auszuspionieren. «Die Geheimdienstagenten der USA sind im Besitz von E-Mails unserer obersten Autoritäten», sagte Morales bei einer Ansprache in einem Anden-Dorf. Diese Erkenntnis habe er beim Mercosur-Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in Montevideo gewonnen. Er habe sein E-Mail-Account deswegen abgeschaltet.

Morales erneuerte das Angebot Boliviens an den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, ihm politisches Asyl zu gewähren. Sobald sich diese Frage stelle, werde Bolivien Snowden unter Beachtung aller «diplomatischen Normen und internationalen Abkommen» aufnehmen, sagte Morales.

Bodenschätze als Ziel

Snowden sitzt seit Wochen auf dem Flughafen Scheremetjewo bei Moskau fest und beantragte am Freitag vorübergehendes Asyl in Russland. Zu den Ländern, die ihm Asyl anboten, gehören neben Bolivien auch Venezuela und Nicaragua.

Als Grund für die US-Spionageaktivitäten gegenüber Ländern wie Bolivien nannte Morales, dass die USA «dominieren» wollten. Letztlich zielten die USA darauf ab, «sich unsere Bodenschätze anzueignen», sagte der bolivianische Präsident.

Bolivien lehnt neuen US-Botschafter ab

Zuvor ist der US-Kandidat für den Botschafterposten in Bolivien bei der Regierung in La Paz auf Ablehnung gestossen. Das Zustimmungsverfahren sei wegen kritischer Bemerkungen des Diplomaten James Nealon über Bolivien und Venezuela «eingefroren» worden, sagte der bolivianische Aussenminister Carlos Romero in einem Interview mit der Zeitung «El Deber».

Nealon war Ende 2012 von der Regierung in Washington für das Amt nominiert worden. Von Wikileaks im Januar veröffentlichte Dokumente des US-Aussenministeriums enthielten jedoch negative Äusserungen Nealons zur Regierung von Präsident Evo Morales.

Bolivien hatte 2008 den damaligen US-Botschafter Philip Goldberg wegen vermeintlicher Unterstützung von Oppositionspolitikern ausgewiesen. Die USA reagierten ihrerseits mit der Ausweisung des bolivianischen Vertreters in Washington.

Seitdem laufen die Beziehungen beider Länder auf Geschäftsträgerniveau. Morales hat die US-Regierung zudem für die erzwungene Zwischenlandung seines Flugzeugs in Wien am 3. Juli verantwortlich gemacht, als mehrere EU-Staaten der Maschine die Überflugrechte verweigerten.

Der Verdacht, der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden befinde sich an Bord, erwies sich als falsch.

AFP/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch