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Obama ordnet neue Kampfeinsätze in Afghanistan an

Ab 2015 sollte die Nato in Afghanistan lediglich noch beraten, ausbilden und unterstützen. US-Präsident Barack Obama hat nun aber offenbar eine Kehrtwende vollzogen.

Ob Obamas Entscheid die Truppenstärke am Hindukusch beeinflusst, ist offen: US-Soldaten in Afghanistan.
Ob Obamas Entscheid die Truppenstärke am Hindukusch beeinflusst, ist offen: US-Soldaten in Afghanistan.
Keystone

Die USA wollen sich der «New York Times» zufolge auch nach dem offiziellen Ende des Kampfeinsatzes im kommenden Jahr stärker militärisch in Afghanistan engagieren als ursprünglich geplant. US-Präsident Barack Obama habe einen entsprechenden geheimen Befehl für das Militär unterzeichnet.

Gemäss dem heutigen Zeitungsbericht sollen sich US-Soldaten für mindestens ein weiteres Jahr auch direkt an der Bekämpfung radikal-islamischer Taliban beteiligen, wenn eine Bedrohung für amerikanische Einheiten oder die afghanische Regierung bestehe.

Die Soldaten von NATO und ISAF, der so genannten Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe, werden ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 beenden. Der Abzug der internationalen Truppen, etwa der deutschen ISAF-Soldaten (Bild), ist bereits in Gang. Noch vor drei Jahren waren über 130'000 ISAF-Soldaten in Afghanistan stationiert.
Die Soldaten von NATO und ISAF, der so genannten Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe, werden ihren Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 beenden. Der Abzug der internationalen Truppen, etwa der deutschen ISAF-Soldaten (Bild), ist bereits in Gang. Noch vor drei Jahren waren über 130'000 ISAF-Soldaten in Afghanistan stationiert.
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Die deutsche Bundeswehr ist im vergangenen Oktober aus Kunduz im Nordosten Afghanistans abgezogen. Die symbolische Übergabe der militärischen Verantwortung an die einheimischen Behörden vollzogen Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maizière am 6. Oktober 2013 gemeinsam mit Afghanistans Innenminister Mohammad Omar Daudzai und Aussenministerstellvertreter Enayatullah Nazari.
Die deutsche Bundeswehr ist im vergangenen Oktober aus Kunduz im Nordosten Afghanistans abgezogen. Die symbolische Übergabe der militärischen Verantwortung an die einheimischen Behörden vollzogen Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maizière am 6. Oktober 2013 gemeinsam mit Afghanistans Innenminister Mohammad Omar Daudzai und Aussenministerstellvertreter Enayatullah Nazari.
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Im Afghanistan-Krieg sind seit 2001 mindestens 30'000 Menschen – Zivilisten sowie ausländische und afghanische Soldaten und Rebellen – ums Leben gekommen. Die ausländischen Streitkräfte um die ISAF haben bisher knapp 3400 Tote, darunter 2300 Amerikaner, zu beklagen. Die meisten am Hindukusch gefallenen Amerikaner sind im Nationalfriedhof Arlington bei Washington beigesetzt. Bild: Am letzten Veteranentag, 11. November 2013, trauert die Amerikanerin Kathy Sheehy am Grab ihres Sohnes Matthew.
Im Afghanistan-Krieg sind seit 2001 mindestens 30'000 Menschen – Zivilisten sowie ausländische und afghanische Soldaten und Rebellen – ums Leben gekommen. Die ausländischen Streitkräfte um die ISAF haben bisher knapp 3400 Tote, darunter 2300 Amerikaner, zu beklagen. Die meisten am Hindukusch gefallenen Amerikaner sind im Nationalfriedhof Arlington bei Washington beigesetzt. Bild: Am letzten Veteranentag, 11. November 2013, trauert die Amerikanerin Kathy Sheehy am Grab ihres Sohnes Matthew.
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Möglich seien auch US-Luftangriffe zur Unterstützung des afghanischen Militärs sowie die Begleitung afghanischer Truppen bei Einsätzen gegen die Taliban.

Der Kampfeinsatz der Nato-Truppe ISAF in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Ab 2015 sollen deutlich weniger ausländische Soldaten im Land sein. Ihre Aufgabe im Rahmen der ISAF-Folgemission «Resolute Support» soll sich auf die Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte beschränken.

Afghanische Einheiten schulen

Im Mai hatte Obama erklärt, dass die US-Einheiten in Afghanistan im kommenden Jahr keine Kampfeinsätze mehr führten. Die verbleibenden rund 9800 Soldaten sollten afghanische Einheiten schulen, aber auch die «Überreste der Extremisten-Gruppe al-Qaida jagen».

Die «New York Times» machte keine Angaben dazu, ob die neue Anweisung des US-Präsidenten Auswirkungen auf die Truppenstärke am Hindukusch habe.

Ein US-Regierungsvertreter sagte zu dem Bericht, der US-Kampfeinsatz in Afghanistan werde wie geplant im kommenden Jahr enden. Allerdings habe die Sicherheit der US-Soldaten erste Priorität, so dass es weiter Einsätze zur Selbstverteidigung und zur Unterstützung des afghanischen Militärs geben werde.

Zuletzt hat die Zahl der Taliban-Anschläge wieder zugenommen. Es wird bezweifelt, dass afghanische Armee und Polizei allein in der Lage sind, für Sicherheit in dem Land zu sorgen. In Afghanistan sollen im kommenden Jahr auch bis zu 850 Soldaten der deutschen Bundeswehr stationiert bleiben.

SDA/wid

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