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Papst Franziskus spricht Reizfigur heilig

Während der Heilige Vater in den USA von allen Seiten umjubelt wird, ist seine Heiligsprechung von Junípero Serra umstritten.

Heimreise: Papst Franziskus schaut aus dem Fenster einer American-Airlines-Maschine. (27. September 2015)
Heimreise: Papst Franziskus schaut aus dem Fenster einer American-Airlines-Maschine. (27. September 2015)
Nicholas Kamm, AFP
Der Heilige Vater bedankt sich bei den freiwilligen Helfern seiner Reise. (27. September 2015)
Der Heilige Vater bedankt sich bei den freiwilligen Helfern seiner Reise. (27. September 2015)
Laurence Kesterson, Keystone
Hunderte warten auf Papst Franziskus. (19. September 2015)
Hunderte warten auf Papst Franziskus. (19. September 2015)
Desmond Boylan, Keystone
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Papst Franziskus hat den Franziskanerpater Junípero Serra zum Heiligen erhoben. Die Heiligsprechung des Paters am Mittwoch während einer Messe vor der Basilika der Unbefleckten Empfängnis – der grössten katholischen Kirche in Nordamerika – in Washington war die erste ihrer Art auf US-Boden überhaupt. Serra brachte den Katholizismus an die amerikanische Westküste und gilt als Gründer von San Francisco, ist jedoch nicht unumstritten.

Der Franziskanerpater war im 18. Jahrhundert von der Halbinsel Baja California gemeinsam mit Eroberern aus seinem Heimatland Spanien Richtung Norden marschiert. Im Anschluss errichtete er neun der 21 Missionen im heutigen Kalifornien, darunter Los Angeles, San Francisco und San Diego. Er lebte von 1713 bis 1788.

Happige Vorwürfe

Ureinwohner, besonders in Kalifornien, werfen Serra vor, Indianer ausgerottet, Konvertiten versklavt und zur Ausbreitung von Krankheiten beigetragen zu haben. Viele US-Bürger, deren Familien aus Lateinamerika stammen, sind dagegen froh, dass Franziskus mit der Heiligsprechung Serras die Bedeutung der Latinos für die Vereinigten Staaten unterstreicht.

In seiner Homilie am Mittwoch vor gut 25'000 Menschen verteidigte Franziskus den Heiliggesprochenen. Dieser seit ein gütiger und offenherziger Mann gewesen, der die amerikanischen Ureinwohner vor den Besiedlern geschützt habe. «Er war begeistert davon, Wege zu bahnen, vorauszugehen, um viele Menschen zu treffen, zu lernen und ihre besonderen Bräuche und Lebensweisen zu schätzen», sagte der Papst. «Junípero versuchte, die Würde der einheimischen Gemeinschaft zu verteidigen, sie vor denjenigen zu schützen, die sie misshandelt und beschimpft hatten», fügte Franziskus hinzu.

Latinos auch für katholische Kirche wichtig

Während seiner Südamerikareise im Juli hatte der Papst für die Sünden und Verbrechen der Kirche gegen indigene Völker um Entschuldigung gebeten. Serra, dessen Heiligsprechung er im Januar verfügte, erwähnte er dabei nicht ausdrücklich.

Der Anteil der spanisch sprechenden Latinos an der US-Bevölkerung nimmt stetig zu. Schon bald dürfte bei der politischen Willensbildung in den USA an ihnen kein Weg mehr vorbeiführen. Noch wichtiger sind sie für die katholische Kirche. Schon heute stellen sie 38 Prozent der Katholiken in den USA, in manchen Diözesen längst die Mehrheit. Im Erzbistum Los Angeles etwa sind 70 Prozent der Katholiken Latinos.

AP/chk

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