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Plötzlich war Obama von Team Six abgeschnitten

Ausgerechnet als die Operation Geronimo in die entscheidende Phase ging, brach die Übertragung ins Weisse Haus ab. CIA-Chef Panetta gibt weitere Details zur Tötung des Qaida-Chefs Bin Laden bekannt.

Erfahren die neusten Entwicklungen der Operation Geronimo: Barack Obama (hinten) und seine Berater sowie Aussenministerin Hillary Clinton, die bestürzt ihre Hand vor den Mund hält. (1. Mai 2011)
Erfahren die neusten Entwicklungen der Operation Geronimo: Barack Obama (hinten) und seine Berater sowie Aussenministerin Hillary Clinton, die bestürzt ihre Hand vor den Mund hält. (1. Mai 2011)
Weisses Haus
Bespricht sich mit Sicherheitsberater Tom Donilon: Barack Obama am 1. Mai.
Bespricht sich mit Sicherheitsberater Tom Donilon: Barack Obama am 1. Mai.
Weisses Haus
Erhält Glückwünsche: Obama schüttelt Admiral Mike Mullen die Hand, im Vordergrund Hillary Clinton.
Erhält Glückwünsche: Obama schüttelt Admiral Mike Mullen die Hand, im Vordergrund Hillary Clinton.
Weisses Haus
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«Als die Teams in das Gebäude eingedrungen waren, gab es eine Zeitspanne von 20 bis 25 Minuten, in der wir nicht wussten, was dort passierte», erklärte CIA-Direktor Leon Panetta auf dem Sender PBS: «Das war eine wirklich nervenaufreibende Zeit, in der wir auf Nachrichten gewartet haben».

Warum die Verbindung zwischen der Sondereinheit und dem Weissen Haus plötzlich abgebrochen war, sagte der Geheimdienstchef nicht. Schliesslich sei das Code-Wort Geronimo gefallen, dass für den Tod des al-Qaida-Chef gestanden habe.

Nach seinen Worten waren lediglich 25 Elitesoldaten an dem Einsatz beteiligt, die von zwei Helikoptern auf dem Anwesen abgesetzt wurden. In Medienberichten hatte es immer wieder geheissen, dass 79 Mann an der Erstürmung beteiligt gewesen sein sollen.

Team Six reisst Wände nieder

Ursprünglich sollten die Helikopter ein Team im Hof absetzen und ein zweites auf dem Dach des Gebäudes. «Allerdings hatte der zweite Helikopter Probleme, so dass beide landen mussten», erläuterte Panetta weiter: «Die Soldaten mussten dann drei, vier Mauern niederreissen. Dann sind sie zusammen in das Gebäude gestürmt.»

«Es gab Schiessereien, als sich die Soldaten ihren Weg in die oberen Stockwerke des Gebäudes erkämpft haben», erklärte der Geheimdienstchef. Schliesslich hätten die Soldaten Bin Laden im dritten Stock des stark gesicherten Gebäudes gefunden.

Osama: Keine Zeit für letzte Worte

Er sei nicht bewaffnet gewesen, sagte Panetta: «Allerdings hat es wohl bedrohliche Bewegungen gegeben, die unsere Jungs gefährdet haben. Darum haben sie geschossen.» Die Soldaten der Navy Seal hätten dafür ausdrücklich die Befugnis gehabt.

«Hätte er (Bin Laden) die Hände hochgenommen und aufgegeben oder ein anderes Zeichen gemacht, dass er keine Gefahr darstellt, dann hätten ihn die Soldaten festgenommen.» Nach aktuellem Stand soll der Staatsfeind Nummer eins der USA nichts mehr gesagt haben: «Ich glaube allerdings nicht, dass er viel Zeit hatte, etwas zu sagen.»

USA finden Datenschatz

Bei der Kommandoaktion haben die USA Medienberichten zufolge grosse Datenmengen aus dem gestürmten Anwesen im pakistanische Abbottabad mitgenommen. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, stellte das US-Sonderkommando zehn Festplatten, fünf Computer und mehr als einhundert Speichermedien wie Disketten, DVDs und USB-Sticks sicher.

Von der Auswertung erhoffen sich die Geheimdienste den Angaben zufolge Hinweise auf die Verstecke weiterer hochrangiger Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida sowie mögliche Anschlagspläne. Nach Informationen der Online-Nachrichtenseite «Politico» und des TV-Senders CBS hatte Bin Laden 500 Euro und zwei Telefonnummern in seine Kleidung eingenäht. Dies habe CIA-Direktor Leon Panetta bei einer vertraulichen Unterrichtung von Kongressabgeordneten mitgeteilt, berichteten beide Medien unter Berufung auf informierte Kreise.

Warum nicht mehr Wachen?

Der al-Qaida-Chef sei vorbereitet gewesen, um schnell aus dem Anwesen zu fliehen. Auf die Frage, warum der Unterschlupf in Abbottabad nicht stärker bewacht gewesen sei, habe Panetta geantwortet, dass Bin Laden überzeugt gewesen sei, bei einem möglichen Angriff rechtzeitig vorgewarnt zu werden.

Bei der Kommandoaktion in der Garnisonsstadt nördlich von Islamabad wurden nach Angaben des Weissen Hauses in der Nacht zum Montag ausser Bin Laden vier weitere Menschen getötet. Zwei Kuriere von al-Qaida und eine Frau seien im ersten Stock des Hauptgebäudes getötet worden, während sich der Terrorchef und seine Angehörigen im zweiten und im dritten Stock aufgehalten hätten. Bei dem fünften Getöteten handele es sich vermutlich um einen Sohn Bin Ladens.

SDA/rub

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