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Polizeichef von Ferguson bleibt im Amt

Die Polizei von Ferguson soll zwar nach dem vernichtenden Bericht des US-Justizministeriums umgebaut werden. Personelle Konsequenzen sind aber vorläufig keine vorgesehen.

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Alles soll sich ändern, er aber bleibt: Fergusons Polizeichef Tom Jackson. (Archivbild)
Alles soll sich ändern, er aber bleibt: Fergusons Polizeichef Tom Jackson. (Archivbild)
AFP

Nach dem vernichtenden Bericht über rassistisch motivierte Gewalt bei der Polizei in der Kleinstadt Ferguson bleibt der Chef der Behörde vorerst im Amt. Er verbitte sich jegliche Spekulation über die Zukunft von Tom Jackson, sagte der Bürgermeister des Vorortes von St. Louis, James Knowles III. der Nachrichtenagentur AP. «Er ist nach wie vor der Chef», sagte Knowles.

Die Arbeit der Beamten in Ferguson soll sich jedoch ändern. Vertreter der Stadtverwaltung wollen in rund zwei Wochen bei einem Treffen mit Beamten des US-Justizministeriums über einen entsprechenden Plan beraten, wie Knowles sagte. Drei Angestellte seien als Folge von rassistischen Mails, die der Bericht aufgedeckt hatte, entlassen worden. Einer davon sei ein Gerichtsbediensteter der Stadt gewesen.

Schwarze werden regelmässige diskriminiert

Die Verantwortlichen von Ferguson gingen zudem immer noch den Bericht des Justizministeriums durch, der am Mittwoch veröffentlicht worden war, berichtete Knowles weiter. In der Kleinstadt hatte im vergangenen August der weisse Polizist Darren Wilson den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen. Der Bericht des Justizministeriums war zu dem Schluss gekommen, dass Polizeibeamte in Ferguson regelmässig Schwarze diskriminierten, indem sie übermässige Gewalt anwendeten.

Ungeachtet dessen hatte dasselbe Ministerium am Mittwoch Wilson von Vorwürfen im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf Brown freigesprochen. Damit bleibt der Ex-Polizist ohne Anklage. Rufe nach Jacksons Absetzung waren im Anschluss an diese Bekanntgabe erneuert worden. Der Polizeichef selbst äusserte sich auf Anfrage nicht dazu, hatte aber in der Vergangenheit mehrmals bekräftigt, er wolle nicht zurücktreten.

«Ferguson ist kein Einzelfall»

Justizminister Eric Holder sagte vor Journalisten, die Bundesregierung werde «alle Macht, die wir haben, einsetzen, um die Situation (in Ferguson) zu ändern». Auch US-Präsident Barack Obama äusserte sich erstmals zu dem Report und sagte in einem Interview, die Diskriminierung von Schwarzen durch Polizisten sei nicht auf Ferguson beschränkt. Zwar glaube er nicht, dass diese Voreingenommenheiten typisch für das sei, was in den Vereinigten Staaten passiere, erklärte Obama im Radiosender Sirius XM. «Aber es ist kein Einzelfall.»

Obama wollte am Samstag in die Stadt Selma im US-Staat Alabama reisen. Dort will der erste schwarze Präsident der USA eine Rede auf der Edmund Pettus Bridge halten – jener Brücke, auf der weisse Polizeibeamte am 7. März 1965 Bürgerrechtsaktivisten verprügelten.

(SDA)

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