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Rechtspopulist Bolsonaro geht als Favorit ins Rennen

Menschenmassen stehen in Brasilien vor den geöffneten Wahllokalen Schlange. Zwischen den beiden Favoriten könnte es eng werden.

sep
Er wird neuer Präsident: Der ultarechte Jair Bolsonaro kommt in der Stichwahl auf 55,5 Prozent.
Er wird neuer Präsident: Der ultarechte Jair Bolsonaro kommt in der Stichwahl auf 55,5 Prozent.
AP
Der ultrarechte Ex-Militär Bolsonaro spricht abfällig über Minderheiten und lobt die Militärdiktatur.
Der ultrarechte Ex-Militär Bolsonaro spricht abfällig über Minderheiten und lobt die Militärdiktatur.
Bolsonaro im O-Ton: «Die Schwulen sind ein Produkt des Drogenkonsums.» «Der Fehler der Militärdiktatur bestand darin, zu foltern, statt zu töten.» «Frauen sollen weniger verdienen als Männer, weil sie schwanger werden.»
Bolsonaro im O-Ton: «Die Schwulen sind ein Produkt des Drogenkonsums.» «Der Fehler der Militärdiktatur bestand darin, zu foltern, statt zu töten.» «Frauen sollen weniger verdienen als Männer, weil sie schwanger werden.»
AFP
147 Millionen Menschen waren wahlberechtigt: In ganz Brasilien standen die Menschen vor den Wahllokalen Schlange, wie hier in Rio de Janeiro.
147 Millionen Menschen waren wahlberechtigt: In ganz Brasilien standen die Menschen vor den Wahllokalen Schlange, wie hier in Rio de Janeiro.
AFP
Brasilien ist ein Land der Gegensätze: Es gibt viele Reiche und noch mehr Arme.
Brasilien ist ein Land der Gegensätze: Es gibt viele Reiche und noch mehr Arme.
Getty
Dieser Bolsonaro-Anhänger gab sich bereits vor dem Ausgang der Stichwahl siegesgewiss.
Dieser Bolsonaro-Anhänger gab sich bereits vor dem Ausgang der Stichwahl siegesgewiss.
Getty
Bolsonaro hat eine grosse Anhängerschar, wie an dieser Wäscheleine in Brasilia ersichtlich wird.
Bolsonaro hat eine grosse Anhängerschar, wie an dieser Wäscheleine in Brasilia ersichtlich wird.
Reuters
Vor der Wahlen fanden aber auch grosse Proteste gegen eine Kandidatur Bolsonaros statt.
Vor der Wahlen fanden aber auch grosse Proteste gegen eine Kandidatur Bolsonaros statt.
Fernando Bizerra, Keystone
Zum Beispiel durch die Social-Media-Kampagne mit dem Hashtag #EleNao (Nicht ihn).
Zum Beispiel durch die Social-Media-Kampagne mit dem Hashtag #EleNao (Nicht ihn).
AFP
Jair Bolsonaro, presidential candidate with the Social Liberal Party, waves after voting in the presidential runoff election in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, Oct. 28, 2018. Bolsonaro is running against leftist candidate Fernando Haddad of the Workers’ Party. (AP Photo/Silvia izquierdo)
Jair Bolsonaro, presidential candidate with the Social Liberal Party, waves after voting in the presidential runoff election in Rio de Janeiro, Brazil, Sunday, Oct. 28, 2018. Bolsonaro is running against leftist candidate Fernando Haddad of the Workers’ Party. (AP Photo/Silvia izquierdo)
Pilar Olivares, Reuters
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In Brasilien hat am Sonntag die Präsidentschaftswahl begonnen. Die rund 147 Millionen Wahlberechtigten sind aufgerufen, einen Nachfolger für den Konservativen Michel Temer zu wählen. Als Favorit in der ersten Runde gilt der Rechtspopulist Jair Bolsonaro, der mit rassistischen und sexistischen Äusserungen auf Stimmenfang ging und ein Verteidiger der früheren Militärdiktatur ist.

Nach den jüngsten Umfragen kann der 63-jährige Politiker der Sozialliberalen Partei in der ersten Wahlrunde mit etwa 36 Prozent der Stimmen rechnen. Der Ex-Offizier liegt damit 14 Punkte vor dem 55-jährigen Fernando Haddad, der als Ersatzkandidat der Arbeiterpartei (PT) für den inhaftierten Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva antritt.

Erste Ergebnisse in der Nacht erwartet

Die Brasilianer sind auch aufgerufen, die Parlamentsabgeordneten und zwei Drittel der Senatsmitglieder neu zu bestimmen sowie neue Gouverneure und Regionalparlamente zu wählen. Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr (13.00 Uhr MESZ). Mit ersten Ergebnissen wird kurz nach Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit gerechnet, nach Schliessung der letzten Wahllokale im westlichen Amazonas-Bundesstaat Acre.

Vor allem die Benachteiligten in Brasilien trauern bis heute Lula nach, der Sozialprogramme für die Armen auflegte. Während seiner Amtszeit von 2003 bis 2010 erlebte das lateinamerikanische Land einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch in der Amtszeit seiner Parteifreundin und Nachfolgerin Dilma Rousseff rutschte Brasilien in eine tiefe Rezession. Rousseff wurde 2016 wegen finanzieller Vergehen des Amtes enthoben.

13 Millionen sind arbeitslos

Viele Brasilianer machen die Arbeiterpartei für die wirtschaftliche Misere verantwortlich und setzen grosse Hoffnung in Bolsonaro. 13 Millionen der 210 Millionen Brasilianer sind arbeitslos. Für weiteren Unmut sorgen Korruptionsskandale, die bis in höchste Regierungskreise reichen, und die anhaltende Gewaltkriminalität. Bolsonaro steht für einen unnachgiebigen Kurs gegen Kriminelle. Wegen seiner markigen Sprüche gegen Frauen, Homosexuelle oder Schwarze wird er häufig als «Donald Trump Brasiliens» bezeichnet.

Im Parlament verfügt seine Sozialliberale Partei derzeit nur über acht der 513 Sitze. Daran dürfte sich Umfragen zufolge nach der Wahl nicht viel ändern. Wird er Präsident, müsste Bolsonaro im Parlament Bündnisse schmieden. Beobachter gehen davon aus, dass keiner der Präsidentschaftskandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erhält. Die Stichwahl ist für den 28. Oktober geplant.

(AFP)

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