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Schlusspurt in den Swing-States

Bis zur Wahl des neuen US-Präsidenten dauert es noch 9 Tage: Jetzt beackern Barak Obama und John McCain aufs Intensivste die Staaten, in denen das Rennen auf der Kippe steht.

John McCain vs. Barak Obama: Die Entscheidung naht.
John McCain vs. Barak Obama: Die Entscheidung naht.
Keystone

Beide Kandidaten konzentrieren sich in der Schlussphase des Wahlkampfs auf diejenigen Staaten, die sie als Battleground- oder Swing-States ausgemacht haben. Dort wird mit besonders knappen Mehrheitsverhältnissen gerechnet. «Wir werden in vielen Battleground-Staaten einen sehr harten Wettbewerb haben», sagte McCain.

Kein Sieg ohne Ohio

Der Republikaner war am Sonntag in Iowa unterwegs und wurde anschliessend in Ohio erwartet. Kein Republikaner ist seit 1860 US-Präsident geworden, ohne in Ohio gewonnen zu haben. Auch Bush konnte in diesem Staat sowohl 2000 als auch 2004 die Mehrheit gewinnen. Obama war weiter westlich unterwegs. Dort stehen Colorado, Nevada und New Mexico besonders auf der Kippe. In Arizona hat McCain als Senator einen Heimvorteil.

McCain geht mit demonstrativem Optimismus in den Wahlkampf-Endspurt. In einem Interview des Fernsehsenders NBC sagte er: «Das wird ein sehr knappes Rennen, und ich glaube, ich werde es gewinnen.» Die Umfragen vom Wochenende sprechen allerdings eine andere Sprache. Eine Erhebung des Magazins «Newsweek» sah den demokratischen Senator Barack Obama landesweit mit zwölf Prozentpunkten vorn: Für Obama sprachen sich 53 Prozent, für den Republikaner McCain 41 Prozent aus. Obama führt demnach in allen Altersgruppen und bei Männern ebenso wie bei Frauen.

McCain würdigt Palin als Vorbild

Entscheidend ist allerdings das Ergebnis in den 50 Einzelstaaten sowie dem Hauptstadtbezirk Washington D.C. Auch in dieser Hinsicht ist Obama in den Umfragen der erforderlichen Mehrheit von 270 Wahlmännerstimmen näher als McCain.

In der öffentlichen Debatte richtet sich das Augenmerk weiterhin besonders auf die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin. «Ich verteidige sie nicht, ich lobe sie», sagte der 72-jährige McCain am Sonntag zur Kritik, dass sie für das Präsidentenamt nicht qualifiziert sei. «Sie ist exakt das, was Washington braucht.» Die Mutter von fünf Kindern sei ein Vorbild für Millionen von Amerikanern.

McCains Distanz von Bush zu spät

Obama sagte am Wochenende, es komme viel zu spät, wenn McCain jetzt versuche, sich vom amtierenden Präsidenten George W. Bush zu distanzieren. McCain habe acht Jahre lang Bushs Politik unterstützt, sagte Obama, der seinen Wahlkampf nach einem kurzen Besuch bei seiner kranken Grossmutter wieder aufgenommen hat.

Kritiker aus den Reihen der Republikaner äusserten öffentlich Zweifel an der Wahlkampfstrategie ihres Kandidaten. «Ich hätte die Dinge in den vergangenen Wochen anders gemacht», sagte der republikanische Kongressabgeordnete Paul Ryan aus Wisconsin in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. McCain hätte die Pläne zur Wirtschafts- und Gesundheitspolitik energischer verteidigen müssen. In die Kritik stimmte auch der frühere Gouverneur von Pennsylvania, Tom Ridge, ein. Der Wahlkampf wäre anders verlaufen, wenn McCain ihn zum Kandidaten für das Vizepräsidentenamt ernannt hätte und nicht die Gouverneurin von Alaska, sagte Ridge in einem Zeitungsinterview. Ridge galt als einer der Anwärter auf die Vizepräsidentschaftskandidatur.

SDA/cpm

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