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Solarzellen könnten Obama zum Verhängnis werden

US-Präsident Barack Obama lässt auf dem Dach des Weissen Hauses Solarenergieanlagen anbringen. Seither wird er mit dem früheren Präsidenten Jimmy Carter verglichen. Und das könnte ihm schaden.

Mit den Solarenergieanlagen will US-Präsident Barack Obama das amerikanische Engagement bei erneuerbaren Energien bekräftigen: Ein Auftritt vor Solaranlagen in Florida.
Mit den Solarenergieanlagen will US-Präsident Barack Obama das amerikanische Engagement bei erneuerbaren Energien bekräftigen: Ein Auftritt vor Solaranlagen in Florida.

Das Weisse Haus wird grün: Die Sonnenenergie hält Einzug ins bekannteste Gebäude der USA. Bis zum nächsten Frühjahr lässt US-Präsident Barack Obama auf das Dach des Weissen Hauses Solarzellen montieren. Dieses Projekt widerspiegle das Engagement für eine Führungsrolle der USA in der Solarenergie, verkündete US-Energieminister Steven Chu am Dienstag.

Solarzellen auf dem Wohn- und Regierungssitz des US-Präsidenten und das eine oder andere grossformatige Foto, wie der Präsident bei der Installation mithelfe, könne innenpolitisch durchaus eine positive Wirkung entfalten, sagt die «Süddeutsche Zeitung». Einziges Problem sei, dass von diesem Ereignis noch aktuelle Fotos fehlen.

Die Medien helfen sich daher mit historischen Bildern von dem Präsidenten, der im Jahr 1979 als erster Präsident eine Solaranlage auf dem Dach des Weissen Hauses anbringen liess – Jimmy Carter. Damit werden die Solarzellen zum Problem für Obama. Denn: «Solarzellen sind ein gutes Symbol. Jimmy Carter nicht», sagte der Historiker Allan Lichtman gegenüber der «New York Times».

Carter als Prototyp des erfolglosen Präsidenten

Jimmy Carter stehe für das Scheitern. Er sei für viele der Prototyp des erfolglosen linken Präsidenten, so die «Süddeutsche Zeitung». Nach gerade mal einer Amtszeit schied er gegen den republikanischen Herausforderer Ronald Reagan aus dem Amt. Damals verfügte er nur noch über 34 Prozent Zustimmung. Lichtman befürchtet nun, dass der Vergleich von Obama mit Carter den Demokraten bei den Kongresswahlen schaden werde. Der Vergleich von Obama mit Carter sei jetzt schon Teil des Wahlprogramms der Republikaner.

Der baptistische Erdnussfarmer aus Georgia hat das Energieministerium gegründet und sich mit seiner Energiepolitik nicht bei allen beliebt gemacht. In einer Fernsehansprache an die Nation im Jahre 1977 rief er seine Landsleute dazu auf, mit Öl- und Gasvorräten sparsamer umzugehen und das Auto seltener zu benutzen. Das störte.

George W. Bush liess den Swimmingpool mit Solarenergie beheizen

Die Solarenergieanlagen, die Jimmy Carter am Weissen Haus hatte anbringen lassen, hatte Ronald Reagan 1986 wegen «Dachreparaturen» entfernen lassen. Später hatte George W. Bush ein paar Solarkollektoren anbringen lassen – allerdings wurden diese nur zum Erwärmen des Swimmingpools eingesetzt. Die jetzt von Obama geplanten Solaranlagen sollen zum Aufheizen des Wassers im Weissen Haus beitragen und etwas Strom erzeugen.

Obama hatte eigentlich schon zu seinem Amtsantritt eine Solaranlage auf dem Dach anbringen lassen wollen. Doch hierzu musste er sich mit zahlreichen Gremien abstimmen: mit seinem Sicherheitsdienst, dem Bundesparkamt, dem Haushaltsmanager, der Verwaltung des Weissen Hauses, dem Gremium für Umweltschutz, dem Energieministerium und der Behörde für generelle Dienstleistungen. Das dauert offensichtlich seine Zeit. In diesem Fall zwei Jahre.

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