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Stoppt der Bradley-Effekt Obama?

Bei der Gouverneurswahl in Kalifornien 1982 verlor der schwarze Politiker Tom Bradley gegen den weissen Rivalen nachdem er in Umfragen deutlich geführt hatte. Laut Wahlforschern haben sich aber die Zeiten geändert.

Barak Obama: Von der Spitze aus will der demokratische Kandidat das Rennen gewinnen.
Barak Obama: Von der Spitze aus will der demokratische Kandidat das Rennen gewinnen.
Keystone

Meinungsforscher folgerten damals, Wähler verschwiegen bei Umfragen ihre «rassistische Einstellung», gäben aber in der Wahlkabine doch einem weissen Kandidaten den Vorzug. «Dieser Effekt wird Obama vielleicht ein paar Stimmen kosten», sagte Wahlexperte Thomas Mann vom Brookings-Institut in Washington. «Aber der Effekt wird durch die überdurchschnittlich hohe Zahl von jungen und schwarzen Wählerregistrierungen aufgehoben.»

Eine Woche vor der US-Präsidentenwahl am kommenden Dienstag liegt der demokratische Kandidat Barack Obama weiter klar in Führung. Nach einer neusten landesweiten Umfrage der «Washington Post» führt Obamba mit 7 Prozentpunkten. Auch im Durchschnitt der US-Meinungsumfragen hat Obama mit 50,5 Prozent einen Vorsprung von 7,6 Prozentpunkten auf den Republikaner John McCain (42,9 Prozent), wie die Webseite RealClearPolitics aus insgesamt elf vorliegenden Meinungungsumfragen berichtete.

Nur noch eine Katastrophe kann Obama um den Sieg bringen

In den entscheidenden «battleground-states», die 2004 von Präsident George W. Bush gewonnen wurden, liegt Obama ebenfalls vorn. Allerdings warnen Experten, der Vorsprung betrage zumeist nur wenige Prozentpunkte. Nach Mann könnte nur noch eine Katastrophe wie ein schwerer Terroranschlag Obama um den Sieg bringen. Der zunehmende Vorsprung Obamas vor seinem republikanischen Rivalen John McCain in den Umfragen, sei vor allem eine Folge der Politik von Präsident George W. Bush, sagte Mann.

Zur Frage der Glaubwürdigkeit von Wahlumfragen in den USA äusserte sich der Experte zuversichtlich: «Wir können zwar einzelnen Umfragen nicht trauen, aber der Blick auf eine grosse Anzahl von Umfragen verschafft uns eine gute Einschätzung der öffentlichen Meinung.

«Financial Times» pro Obama

Wie andere Zeitungen zuvor sprach sich auch die renommierte Wirtschaftszeitung «Financial Times» (London) für Obama aus. Er habe einen «weit besseren Wahlkampf» geführt als McCain, schrieb das Blatt am Montag. «Obama ist die richtige Wahl.»

McCains Wahlkampagne habe dagegen oft wie ein «heilloses Durcheinander» gewirkt. Die Wahl von Sarah Palin als Vizepräsidentenkandidatin sei ein Fehler.

Riesiger Zuspruch

Auch ein Vergleich der Wahlkampfauftritte der zwei Kandidierenden vom Wochenende spricht Bände. Während sich McCain vor einigen Hundert Besuchern in New Mexiko abmühte, bejubelten im Bundesstaat Colorado über 100'000 Leute den Auftritt von Obama.

Am Montag wollte Obama eine Wahlkampfabschlussrede in Canton im Bundesstaat Ohio halten. Darin rufe er die Wähler auf, für «Hoffnung statt Angst, Einigkeit statt Teilung» zu stimmen, hiess es aus seinem Wahlkampfteam.

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