Zum Hauptinhalt springen

Transocean wütend über Verbot von Tiefseebohrungen

Der Eigentümer der explodierten Ölplattform Deepwater Horizon hat in London das sechsmonatige Verbot von Tiefseebohrungen als willkürlich bezeichnet. Derweil macht sich BP daran, Geld zusammenzukratzen.

Sieht die Energiesicherheit gefährdet: Transocean-Chef Steven Newman.
Sieht die Energiesicherheit gefährdet: Transocean-Chef Steven Newman.
Keystone

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama könne heute Massnahmen umsetzen, mit denen die Industrie ihre Arbeit rasch wiederaufnehmen könne, erklärte Steven Newman, Chef von Transocean. Der Firma gehörte die Plattform, die von dem Ölkonzern BP betrieben wurde.

Über das Moratorium entscheidet derzeit ein Gericht. Mit einem Urteil wird in dieser Woche gerechnet. Auch andere Konzerne kritisierten das Verbot. Der Vizepräsident von Chevron, Jay Pryor, erklärte, es behindere die weltweite Energieversorgung. Sollte das Gericht der Regierung Recht geben, wäre das ein Rückschritt für die Energiesicherheit, sagte er.

Für BP nahm Manager Steve Westwell an der Konferenz in London teil und vertrat damit Konzernchef Tony Hayward. Westwell wurde während seiner Rede zweimal von Aktivisten unterbrochen, die riefen «Wir müssen das Ölzeitalter beenden». Die Demonstranten wurden von Sicherheitsleuten aus dem Saal geführt.

Westwell erklärte, es tue Hayward sehr leid, dass er seine Teilnahme habe absagen müssen. Hayward hatte auf der Konferenz eigentlich eine Rede zur Verantwortung internationaler Ölkonzerne halten sollen, sagte aber am Montag ab. Zuvor war er erneut in die Kritik geraten, weil er am Samstag an einer Regatta teilgenommen hatte.

Bei der Explosion der Deepwater Horizon am 20. April wurden elf Arbeiter getötet. Seitdem strömten viele Millionen Liter Öl aus dem beschädigten Bohrloch ins Meer.

BP plant Dreistufenplan zur Krisenbewältigung

Um der existenzbedrohenden Krise durch die Ölpest im Golf von Mexiko zu entrinnen, plant BP nach Informationen des Handelsblatts ein dreistufiges Vorgehen für die nächsten Monate. In Phase eins will sich die Konzernführung von Vermögenswerten trennen und neue Schulden machen, um die Folgen der Katastrophe schultern zu können.

In Phase zwei will BP seine Sicherheitsstandards überarbeiten. Auch ohne neue Gesetze erwägt BP, ob etwa die Vorbereitung einer Entlastungsbohrung, die eine Ölpest wirksam eindämmen kann, künftig zum hauseigenen Standard gehören soll, sagte BP-Vertriebsvorstand Iain Conn dem «Handelsblatt». Erst in Phase drei und damit wohl Ende des Jahres, so ist in London zu hören, könnte auch der Kopf an der Spitze ausgewechselt werden.

dapd/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch