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Tropensturm «Alex» erschwert Ölbekämpfung

Der über dem Golf von Mexiko hinwegziehende Tropensturm «Alex» könnte Hurrikan-Stärke erreichen. Den Entlastungsbohrungen droht der Unterbruch.

Es braut sich etwas zusammen: Der Tropensturm «Alex» auf dem Satellitenbild.
Es braut sich etwas zusammen: Der Tropensturm «Alex» auf dem Satellitenbild.
Keystone

Obwohl «Alex» vom lecken Bohrloch weit entfernt ist, werden seine Ausläufer voraussichtlich stark genug sein, um die Rettungsmassnahmen weiter zu behindern. «Alex» werde vermutlich noch am Dienstag zu einem Hurrikan mit Windgeschwindigkeiten von über 120 Kilometern pro Stunde anwachsen, teilte das US-Hurrikanwarnzentrum NHC in Miami mit.

Die Behörden gaben für den US-Bundesstaat Texas und für Teile Mexikos Hurrikan-Warnungen aus. Laut NHC wird «Alex» voraussichtlich am Donnerstag südlich der US-mexikanischen Grenze an Land treffen.

Arbeiten behindert

Die von der Ölpest am meisten betroffenen US-Bundesstaaten Florida, Alabama, Mississippi und Louisiana blieben von «Alex» verschont. Allerdings würden Sturmwinde und raue See die Abpump-Arbeiten am lecken Bohrloch verzögern, kündigte der Chef der US- Küstenwache Thad Allen am Dienstag an.

Aus Sicherheitsgründen müsse die Verankerung eines dritten Tankschiffs über der Plattform um zwei Wochen verschoben werden, sagte Allen. Mithilfe des Tankers soll fast doppelt so viel Öl wie bisher aufgefangen werden. Derzeit sprudeln noch immer Millionen Liter täglich ins Meer.

Sorge um Entlastungsbohrungen

Schon normale Stürme über dem Leck reichten aus, um auch die beiden anderen Tankschiffe in Sicherheit bringen zu müssen, teilte Allen weiter mit. Im schlimmsten Fall müssten sogar die Entlastungsbohrungen unterbrochen und alle Ausrüstung evakuiert werden.

Die Arbeiten an den Entlastungsbohrlöchern, die den Druck von dem Leck nehmen sollen, wären dann erst im September fertig. In diesem Falle steigt laut Allan das Risiko, dass noch mehr Öl ins Meer fliesst. Aber selbst wenn es nicht zum Schlimmsten käme: «Jeder Sturm und jede Flut treibt das Öl weiter in das Marschland hinein», warnte Allen. Damit müsse während der nun beginnenden Hurrikan-Saison verschärft gerechnet werden.

Bohrloch bombardieren

In den allgemeinen Frust, dass auch rund 70 Tage nach Beginn der Katastrophe keine rasche Lösung in Sicht ist, stimmte am Montag auch Ex-Präsident Bill Clinton ein. Im TV-Sender CNN schlug er vor, das lecke Bohrloch zu bombardieren und mit Bergen von Schutt und Müll zuzustopfen.

Clinton sprach von einem «geologischen Monster» und forderte, alle Verantwortlichen der Katastrophe zur Verantwortung zu ziehen, ob sie nun bei BP oder in der Regierung sässen.

Notfallpläne gefragt

Führende US-Abgeordnete forderten unterdessen die Öl-Giganten Shell, Chevron, ConocoPhillips und ExxonMobil am Montag auf, bis spätestens Freitag darzulegen, welche Massnahmen sie in einer ähnlichen Situation ergreifen würden.

«Es scheint, als wäre keine Ölfirma besser für eine solche Katastrophe gerüstet als BP», hiess es in einem Schreiben des Vorsitzenden des Energie- und Handelsausschusses im Repräsentantenhaus, Henry Waxman, und weiterer Abgeordneter an die Firmenvorstände.

Umweltschäden in Milliardenhöhe

Falls sie ähnlich wirkungslose Notfallpläne hätten wie BP, könnte das sechsmonatige Moratorium für Tiefseebohrungen wieder eingeführt werden, drohten sie in dem Schreiben. Ein von US-Präsident Barack Obama verfügter vorläufiger Stopp war vergangene Woche von einem US- Richter wieder aufgehen worden. Das Weisse Haus kündigte umgehend Berufung an.

Die Kosten für die Wiedergutmachung der Umweltschäden nach der Ölkatastrophe sind aus Sicht des britischen Ölkonzerns BP nicht zu beziffern. Der von Obama durchgesetzte Hilfsfonds von 20 Milliarden Dollar sei nur ein Grundstock, sagte der BP-Chefökonom Christof Rühl.

SDA/jak

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