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Trump will allein mit Kim sprechen

Bis zu zwei Stunden: So lange will Donald Trump zunächst mit Kim Jong-un allein verhandeln – fast ohne Zeugen.

Von Martin Kilian, Washington
Der historische Moment ist vollbracht: Kim Jong-un und Donald Trump reichen sich um 3:04 Uhr MESZ erstmals die Hand. (12. Juni 2018)
Der historische Moment ist vollbracht: Kim Jong-un und Donald Trump reichen sich um 3:04 Uhr MESZ erstmals die Hand. (12. Juni 2018)
Evan Vucci/AP, Keystone
In einem kurzen Statement vor laufenden Kameras sagte Trump eine «grossartige Beziehung» zu Kim voraus. Daran habe er «keinen Zweifel». (12. Juni 2018)
In einem kurzen Statement vor laufenden Kameras sagte Trump eine «grossartige Beziehung» zu Kim voraus. Daran habe er «keinen Zweifel». (12. Juni 2018)
AP/Host Broadcaster Mediacorp Pte Ltd, Keystone
Die Balkonszene: Die beiden Machthaber zeigen sich auf Sentosa Island der Öffentlichkeit. (12. Juni 2018)
Die Balkonszene: Die beiden Machthaber zeigen sich auf Sentosa Island der Öffentlichkeit. (12. Juni 2018)
Evan Vucci, Keystone
Gespräche in einer grösseren Runde: Am Treffen unter Leitung von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nahmen unter anderem die Aussenminister beider Seiten teil. (12. Juni 2018)
Gespräche in einer grösseren Runde: Am Treffen unter Leitung von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nahmen unter anderem die Aussenminister beider Seiten teil. (12. Juni 2018)
The Straits Times / Kevin LIM, AFP
Stimmung gut? Zumindest das Lächeln des nordkoreanischen Machthabers signalisiert das. (12. Juni 2018)
Stimmung gut? Zumindest das Lächeln des nordkoreanischen Machthabers signalisiert das. (12. Juni 2018)
Evan Vucci, Keystone
Die beiden Politiker lächelten, als sie nach Abschluss der Gespräche einen Spaziergang über das Gelände des Hotels auf der Ferieninsel Sentosa machten.
Die beiden Politiker lächelten, als sie nach Abschluss der Gespräche einen Spaziergang über das Gelände des Hotels auf der Ferieninsel Sentosa machten.
Anthony Wallace, Reuters
«Es ist besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können, Spitzenklasse.» Trump kündigte die Unterzeichnung eines Dokuments mit Nordkorea an.
«Es ist besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können, Spitzenklasse.» Trump kündigte die Unterzeichnung eines Dokuments mit Nordkorea an.
Evan Vucci, Keystone
Interesse am Fahrzeug? Trump zeigt Kim vor dem Capella-Hotel seine Präsidentenlimousine.
Interesse am Fahrzeug? Trump zeigt Kim vor dem Capella-Hotel seine Präsidentenlimousine.
Host Broadcaster Mediacorp, Keystone
Später unterzeichnen die beiden ein Dokument.
Später unterzeichnen die beiden ein Dokument.
Jonathan Ernst, Reuters
Was da wohl drinsteht? Kim schaut auf das Dokument, welches die beiden Staatsoberhäupter unterzeichnen.
Was da wohl drinsteht? Kim schaut auf das Dokument, welches die beiden Staatsoberhäupter unterzeichnen.
Saul Loeb, AFP
Ein Stift für die Unterzeichnung des Gipfeldokuments.
Ein Stift für die Unterzeichnung des Gipfeldokuments.
Saul Loeb, AFP
Der Stolz des US-Präsidenten: Trump zeigt das unterzeichnete Dokument.
Der Stolz des US-Präsidenten: Trump zeigt das unterzeichnete Dokument.
Saul Loeb, AFP
Wer genau hinschaut, kanns lesen.
Wer genau hinschaut, kanns lesen.
Saul Loeb, AFP
Die Unterschriften von Donald Trump und Kim Jong-un.
Die Unterschriften von Donald Trump und Kim Jong-un.
Saul Loeb, AFP
«Wir werden die Kriegsspiele beenden»: Donald Trump gab nach dem Gipfeltreffen eine Medienkonferenz in Singapur.
«Wir werden die Kriegsspiele beenden»: Donald Trump gab nach dem Gipfeltreffen eine Medienkonferenz in Singapur.
Saul Loeb, AFP
Kim-Freund Dennis Rodman dämpft die Erwartungen an das erste Treffen der Staatschefs in Singapur. (11. Juni 2018)
Kim-Freund Dennis Rodman dämpft die Erwartungen an das erste Treffen der Staatschefs in Singapur. (11. Juni 2018)
Wong Maye-E, Keystone
Selfie mit dem Diktator: Kim Jong-un umringt von Singapurs Aussenminister Balakrishnan (l.) und Bildungsminister Ong Ye-kung.
Selfie mit dem Diktator: Kim Jong-un umringt von Singapurs Aussenminister Balakrishnan (l.) und Bildungsminister Ong Ye-kung.
Twitter/Vivian Balakrishnan
In wenigen Stunden treffen Donald Trump und Kim Jong-un aufeinander.
In wenigen Stunden treffen Donald Trump und Kim Jong-un aufeinander.
Jung Yeon-je, AFP
Zuvor hatte sich zunächst Donald Trump auf den Weg nach Sentosa Island gemacht ...
Zuvor hatte sich zunächst Donald Trump auf den Weg nach Sentosa Island gemacht ...
Mast Irham, Keystone
... dann begab sich Kim Jong-un ebenfalls auf die Insel vor Singapur.
... dann begab sich Kim Jong-un ebenfalls auf die Insel vor Singapur.
Wong Maye-E/AP, Keystone
epa06801416 US President Donald J. Trump (3-R) and North Korean leader Kim Jong-un (3-L) shake hands across the table during the expanded bilateral meeting as part of the historic summit at the Capella Hotel on Sentosa Island, Singapore, 12 June 2018. The summit marks the first meeting between an incumbent US President and a North Korean leader.  EPA/KEVIN LIM / THE STRAITS TIMES / SPH   EDITORIAL USE ONLY
epa06801416 US President Donald J. Trump (3-R) and North Korean leader Kim Jong-un (3-L) shake hands across the table during the expanded bilateral meeting as part of the historic summit at the Capella Hotel on Sentosa Island, Singapore, 12 June 2018. The summit marks the first meeting between an incumbent US President and a North Korean leader. EPA/KEVIN LIM / THE STRAITS TIMES / SPH EDITORIAL USE ONLY
Trump will zunächst allein mit Kim sprechen – «Im Anschluss an die Begrüssung werden sich Präsident Trump und Präsident Kim zu einem Einzelgespräch mit ausschliesslich Übersetzern treffen. Dann folgt ein erweitertes bilaterales Treffen und ein Arbeitsessen», heisst es in der Erklärung des Weissen Hauses. (Symbolbild)
Trump will zunächst allein mit Kim sprechen – «Im Anschluss an die Begrüssung werden sich Präsident Trump und Präsident Kim zu einem Einzelgespräch mit ausschliesslich Übersetzern treffen. Dann folgt ein erweitertes bilaterales Treffen und ein Arbeitsessen», heisst es in der Erklärung des Weissen Hauses. (Symbolbild)
Ahn Young-joon/AP, Keystone
Sicherheitsgarantien für Nordkorea: Mike Pompeo und Kim Jong-un haben sich am 9. Mai 2018 in Pyongyang getroffen.
Sicherheitsgarantien für Nordkorea: Mike Pompeo und Kim Jong-un haben sich am 9. Mai 2018 in Pyongyang getroffen.
Korean Central News Agency, Keystone
Das Gipfeltreffen findet am 12. Juni auf Sentosa statt: Medienvertreter haben sich vor dem Hotel versammelt, in dem Kim Jong-un untergebracht ist. (11. Juni 2018)
Das Gipfeltreffen findet am 12. Juni auf Sentosa statt: Medienvertreter haben sich vor dem Hotel versammelt, in dem Kim Jong-un untergebracht ist. (11. Juni 2018)
Lynn Bo Bo, Keystone
Vor dem St. Regis Hotel in Singapur wurde eine Strassensperre errichtet. (10. Juni 2018)
Vor dem St. Regis Hotel in Singapur wurde eine Strassensperre errichtet. (10. Juni 2018)
Yong Teck Lim/AP, Keystone
Auch vor dem Hotel Shangri-La ist eine Sicherheitseinrichtung aufgebaut worden. (10. Juni 2018)
Auch vor dem Hotel Shangri-La ist eine Sicherheitseinrichtung aufgebaut worden. (10. Juni 2018)
Yong Teck Lim/AP, Keystone
Ein Polizist sichert den Zugang zum International Media Center. (10. Juni 2018)
Ein Polizist sichert den Zugang zum International Media Center. (10. Juni 2018)
Wong Maye-E/AP, Keystone
Die Präsenz der Sicherheitskräfte...
Die Präsenz der Sicherheitskräfte...
...ist allgegenwärtig in Singapurs Strassen. (10. Juni 2018)
...ist allgegenwärtig in Singapurs Strassen. (10. Juni 2018)
Yong Teck Lim/AP
Der US-Präsident ist am Sonntag in Singapur eingetroffen. Die Maschine landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Paya Lebar. (10. Juni 2018)
Der US-Präsident ist am Sonntag in Singapur eingetroffen. Die Maschine landete auf dem Luftwaffenstützpunkt Paya Lebar. (10. Juni 2018)
Kim Kyung-Hoon, Reuters
Kim Jong-un ist ebenfalls bereits am Sonntag in Singapur gelandet. (10. Juni 2018)
Kim Jong-un ist ebenfalls bereits am Sonntag in Singapur gelandet. (10. Juni 2018)
SMCI, Reuters
Kims Konvoi fährt durch Singapur auf dem Weg zum Hotel St. Regis. (10. Juni 2018)
Kims Konvoi fährt durch Singapur auf dem Weg zum Hotel St. Regis. (10. Juni 2018)
Joseph Nair/AP, Keystone
Ein Auto, in dem Kim Jong-un sitzen könnte, fährt durch eine Strasse in Singapur. (10. Juni 2018)
Ein Auto, in dem Kim Jong-un sitzen könnte, fährt durch eine Strasse in Singapur. (10. Juni 2018)
Athit Perawongmetha, Reuters
Vermutete Landung Kims: Ein Flugzeug befindet sich im Landeanflug auf Singapur. (10. Juni 2018)
Vermutete Landung Kims: Ein Flugzeug befindet sich im Landeanflug auf Singapur. (10. Juni 2018)
Tim Chong, Reuters
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«Toll in Singapur zu sein, Spannung liegt in der Luft!», twitterte der amerikanische Präsident nach der Ankunft am Ort seines Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Sich den Friedensnobelpreis verdienen will Trump im Verlauf eines Gesprächs unter vier Augen mit dem Mann aus Pyongyang. «Im Anschluss an die Begrüssung werden sich Präsident Trump und Präsident Kim zu einem Einzelgespräch mit ausschliesslich Übersetzern treffen. Dann folgt ein erweitertes bilaterales Treffen und ein Arbeitsessen», heisst es in der Erklärung des Weissen Hauses.

Bis zu zwei Stunden soll das Einzelgespräch dauern. Neben Trump und Kim Jong-un befinden sich dann lediglich zwei Dolmetscher im Raum: Weder ein Protokollant noch ein Berater, der Trump in heiklen Momenten das Einmaleins der Denuklearisierung erklären könnte, werden zugegen sein.

In Washington wird dies mit Nervosität registriert. Was wird Trump, der selbsternannte Grossmeister des Deals, in diesen zwei Stunden tun? Vor allem, da er ja bereits ankündigte, nach nur einer Minute zu wissen, mit wem er es zu tun habe. Seinen Instinkten will Trump vertrauen. Was aber geschähe, wenn der US-Präsident nach 60 Sekunden zum Schluss käme, seine Gegenüber sei ein Idiot und des Gipfeltreffens mit ihm, Trump, unwürdig?

Trump kann mit Autokraten

Weil der Nordkoreaner von eher kleiner Statur, Trump hingegen gross ist, könnte der Amerikaner in Versuchung geraten, buchstäblich von oben herab zu agieren. Worauf der Gipfel platzte. Andererseits ist Kim Jong-un ein Autokrat, und mit Autokraten kann Trump. Siehe seine freundliche Begegnung 2017 mit Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Oder seine lobenden Worte für Rodrigo Duterte, den philippinischen Drogenkrieger. Xi Jinping ist gleichfalls ein Favorit Trumps.

Nun also Kim Jong-un. Trump darf sich etwas darauf einbilden, dass es dazu gekommen ist. Verlaufen die zwei Stunden erfolgreich, das heisst mit einer Abschlusserklärung, die den Kriegszustand auf der koreanischen Halbinsel beendet und einen verifizierbaren Abbau des nordkoreanischen Atomarsenals verspricht, ist Trump König. Solch ein Ergebnis könnte die US-Kongresswahlen im Herbst beeinflussen. Und Trump einmal mehr die Gelegenheit geben, seine Vorgänger im Weissen Haus als Versager darzustellen. Wie schon beim Handelsstreit mit den Europäern: Obama, Clinton und Bush waren Luschen. Trump hingegen wird es richten.

Big Macs für Nordkorea?

Zwei Stunden also, in denen der Präsident Geschichte machen wird. So oder so. Vielleicht zieht Kim ihn über den Tisch. Trumps Eitelkeit hat sich gewiss bis Pyongyang herumgesprochen. Zumal der Nordkoreaner das Fiasko beim G7-Gipfel in Québec sicherlich verfolgt hat. Wer Trump tüchtig die Stiefel putzt, bekommt etwas dafür. Zum Beispiel eine Kette von McDonald’s in Pyongyang.

Was sich im Zeitraum von zwei Stunden wirklich abspielte, wird danach nur schwer zu rekonstruieren sein. Zeugen gibt es keine ausser den Dolmetschern. Und die werden schweigen. Die Dynamik des Treffens kann anschliessend vielleicht entschlüsselt werden. Wenn beide Seiten widersprüchliche Darstellungen liefern, wird es allerdings schwierig.

Labil oder doch stabil

Eindeutige Signale würde das Gipfel-Paar senden, wenn es zwar nicht Hand in Hand, aber immerhin Seite an Seite durch einen Park wandelte und so eine freundschaftliche Beziehung dokumentierte. Oder wenn Kim Jong-un aus dem Verhandlungszimmer stürmte, weil Trump ihn wie Trudeau behandelte – inklusive der Beleidigung, «schwach» und «unehrlich» zu sein.

In Washington würde das einen Schock auslösen. Schon wieder! Nach Trumps Auftritt in Québec sprach der ehemalige CIA-Direktor Michael Hayden aus, was viele Amerikaner dachten: Trump habe «labil und unstet» gewirkt in Kanada. In Singapur kann der Präsident zeigen, dass er stabil ist. Zwei Stunden Zeit hat er dafür.

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