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Trump-Rivale gibt auf – wer erhält nun Rubios Stimmen?

Die Schlappe heute Nacht im Heimatstaat Florida war zu viel: Wie Marco Rubio seine Niederlage erklärt und was das nun für den Kampf bei den Republikanern bedeutet.

Nach seiner klaren Niederlage bei der Vorwahl der US-Republikaner in seinem Heimatstaat Florida gibt der Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio auf. «Dieses Jahr werden wir nicht auf der Gewinnerseite stehen», sagte Rubio vor Anhängern und erklärte seine Wahlkampagne für beendet. Der Senator landete in Florida Teilergebnissen zufolge mit gut 27 Prozent hinter Trump, der gut 45 Prozent der Stimmen holte.

Wer nun seine Stimmen erhält

Marco Rubio hat bei den bisherigen Vorwahlen 163 Delegierte gewonnen, die mit seinem Rückzug vakant werden.

  • Der Grossteil dieser heiss begehrten Wahlmänner und Wahlfrauen darf nun frei entscheiden, wen der verbliebenen Bewerber – Donald Trump, Ted Cruz und John Kasich – sie fortan unterstützen; es sei denn, Rubio versucht beim republikanischen Nominierungsparteitag im Juli, seine Kampagne wiederzubeleben.
  • Das Regelwerk der Grand Old Party besagt, dass die Delegierten für den Bewerber stimmen müssen, der sie gewonnen hat. Allerdings werden sie von den meisten US-Staaten aus dieser Pflicht entlassen, sollte der Bewerber nicht mehr antreten.
  • Wenn Rubio aber überraschend zurückkehrt, würde er die Wahlmänner und Wahlfrauen behalten. Er kann sie allerdings auch darum bitten, einen anderen Bewerber zu unterstützen. Die Delegierten wären in so einem Fall aber nicht daran gebunden, Rubios Empfehlung zu folgen.

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Rubios erste Niedelage

Hinter Marco Rubios «Babyface» verbirgt sich ein extrem ambitionierter Mann, der vor Selbstbewusstsein strotzt. Auch Kritiker sagen: Rubio hat viel Talent. Gepaart mit Eloquenz, rascher Auffassungsgabe und einem scharfen politischen Verstand.

Wird den Super Tuesday Nummer 3 nicht so schnell vergessen: Marco Rubio gibt seinen Rückzug bekannt. (16. März 2016)
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Carlo Allegri, Reuters
Sieht sich bereits auf der Zielgeraden: Hillary Clinton. (15. März 2016)
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Carolyn Kaster, Keystone
Kann am dritten Super Tuesday noch keinen Staat für sich beanspruchen: Senator Ted Cruz in Abbington Banquets. (14. März 2016)
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AP/Kiichiro Sato
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Der Senator aus Florida ist erst 44. Manche meinten, er hätte noch warten können, bevor er das Weisse Haus ansteuert. Aber Geduld war nie Rubios Stärke. Einem Freund soll er gesagt haben: «Ich habe keine Angst, zu früh anzutreten. Ich habe Angst, zu lange zu warten.»

Sechsmal kandidiert – sechsmal gewonnen

Sechsmal hat Rubio bereits für einen politischen Posten kandidiert – und immer gewonnen, zuletzt 2010 bei der Senatswahl. Sich selber betrachtet er als Brückenbauer einer gespaltenen Partei, als frisches Gesicht. Aber das Jahr 2016 lief nicht für ihn.

Oft hat Rubio seine Positionen verändert, um sie Stimmungen und seiner Karriere anzupassen. Wird er häufig als moderat bezeichnet, ist er inzwischen nach rechts gerückt, meistens stramm konservativ. Aussenpolitisch gilt er als Hardliner, als Falke.

Rubio ist strikt gegen die Normalisierung der Beziehungen zu Kuba. Er wurde am 28. Mai 1971 als Sohn kubanischer Einwanderer geboren, die Mutter arbeitete als Putzfrau, der Vater als Barkeeper.

Ziehsohn von Jeb Bush

Rubio studierte Jura, interessierte sich früh für Politik. Zuerst arbeitete er für eine Abgeordnete, 1996 im Wahlkampf des damaligen Präsidentschaftskandidaten Bob Dole. Vier Jahre später zog er in den staatlichen Kongress in Florida ein, arbeitete sich dort – gefördert vom seinerzeitigen Gouverneur Jeb Bush – zum Parlamentspräsidenten hoch und zog schliesslich in den Washingtoner Senat ein.

Rubio, immer adrett und ordentlich gescheitelt, ist tiefgläubiger Katholik und Familienmensch. Er ist mit seiner Jugendliebe verheiratet, das Paar hat vier Kinder.

SDA/cpm

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