Trumps Bonus

Warum ein bisschen Rassismus Donald Trumps Popularität nicht schadet.

Die Amerikaner haben sich an die Tiraden des Präsidenten gewöhnt. Foto: Andrew Harnik (Keystone)

Die Amerikaner haben sich an die Tiraden des Präsidenten gewöhnt. Foto: Andrew Harnik (Keystone)

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Sollte der amerikanische Präsident kleine Länder wie Haiti und El Salvador oder viele afrikanische Staaten als «Dreckslöcher» bezeichnen? Nein, natürlich nicht. Die Verhältnisse in diesen Staaten sind sicher nicht so, dass man dort leben möchte. Rassistische Beleidigungen aber, die er nach zwölf Stunden dann halbherzig bestreitet, kann sich Donald Trump sparen.

Doch das gilt ja für viele Dummheiten, mit denen Trump fast täglich um sich wirft. Und trotzdem gibt es immer noch sehr viele Amerikaner, die ihn für einen guten oder sogar hervorragenden Präsidenten halten, selbst wenn sie seine Fäkalsprache abstossend finden und vielen seine intensive Twitterei auf die Nerven geht. Dass Trump nicht für das Präsidentenamt taugt, kann nach einem Jahr als bewiesen gelten. Dafür hat sich eine andere Frage aufgetan: Warum sehen das längst nicht alle Amerikaner so?

Das lässt sich mit einer zweiten Nachricht aus dieser Woche beantworten: Der US-Einzelhandelsriese Walmart erhöht den Einstiegslohn von neun auf elf Dollar und bezahlt seinen Mitarbeitern Boni. Das Unternehmen begründet das mit Donald Trumps Steuersenkung. Nicht alle Wirtschaftsexperten glauben das. Aber Walmart ist Amerikas grösster privater Arbeitgeber. Der Kaufhausgigant beschäftigt mehr als eine Million Menschen. Und viele dieser Menschen werden 2018 einige Tausend Dollar mehr in der Tasche haben. Das entschuldigt nicht Trumps unverschämtes Gerede.

Aber es erklärt, warum viele Durchschnittsamerikaner die Tiraden des Präsidenten inzwischen ausblenden. Für sie zählt, dass ihr Leben etwas leichter geworden ist.

(Newsnet)

Erstellt: 12.01.2018, 23:24 Uhr

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