Venezuela verstaatlicht Supermarktkette

Der venezolanische Präsident Maduro beschuldigt eine Supermarktkette, Lebensmittel zu horten und lässt ihren Chef verhaften. «Die Lebensmittel-Verteilungsbehörde» übernimmt den Betrieb der Kette.

Lebensmittelknappheit: Venezolaner stehen in einer Apotheke in Caracas Schlange, um Hygiene-Produkte zu kaufen. (3. Februar 2015)

Lebensmittelknappheit: Venezolaner stehen in einer Apotheke in Caracas Schlange, um Hygiene-Produkte zu kaufen. (3. Februar 2015)

(Bild: Jorge Silva)

Inmitten einer allgemeinen Wirtschaftkrise und Lebensmittelknappheit hat Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolas Maduro einer privaten Supermarktkette das Horten von Lebensmitteln vorgeworfen und ihre Übernahme durch den Staat angeordnet.

Die staatliche Lebensmittel-Verteilungsbehörde PDVAL übernehme den Betrieb der Kette, die «Krieg gegen die Bevölkerung geführt» habe, sagte Maduro in einer Fernsehansprache. Den Namen der betroffenen Supermarktkette nannte er nicht. Es soll sich jedoch um das Unternehmen Dia a Dia handeln.

Maduro hatte dem Privatsektor und der Opposition in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, einen «Wirtschaftskrieg» zur Destabilisierung Venezuelas zu führen. Durch das Horten von Lebensmitteln wollten sie «die Bevölkerung reizen und leiden lassen» und gegen die Regierung aufbringen.

Boykott und Destabilisierung

Am Donnerstag hatte der Präsident Soldaten und Staatsbeamte in Dia-a-Dia-Läden geschickt, um den Verkauf zu beaufsichtigen. Dia-a-Dia-Chef Manuel Morales wurde am Freitag unter dem Vorwurf des «Boykotts und der Destabilisierung» verhaftet.

Venezuela befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise. Grund ist vor allem der Absturz des Ölpreises auf dem Weltmarkt, der stark sinkende Einnahmen für das Land zur Folge hat.

Die Inflation ist auf einem Rekordhoch, viele Lebensmittel, aber auch Toilettenpapier, Windeln und Medikamente sind knapp. Maduro kommt in Umfragen nur noch auf eine Zustimmung von 22 Prozent. Drei Viertel der Venezolaner sind demnach mit seiner Politik unzufrieden.

pst/AFP

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