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«Was Raúl Castro macht, wollte Fidel nie»

Kuba will in einer Sonderwirtschaftszone den Kapitalismus erproben, um die Wirtschaft zu beleben. Korrespondent Oscar Alba über das grösste Infrastrukturprojekt Kubas seit der Revolution 1959.

In Mariel, 45 Kilometer von Havanna entfernt, will sich Kuba dem globalen Kapital und Handel anbieten. In der «Zone zur Entwicklung» gelten andere Regeln als im restlichen Kuba.
In Mariel, 45 Kilometer von Havanna entfernt, will sich Kuba dem globalen Kapital und Handel anbieten. In der «Zone zur Entwicklung» gelten andere Regeln als im restlichen Kuba.
Oscar Alba
Auf der modernsten Baustelle Kubas rackern rund 4000 Arbeiter im 24-Stunden-Schichtbetrieb. Das Bauvorhaben, das 2015 beendet sein soll, kostet knapp eine Milliarde Dollar.
Auf der modernsten Baustelle Kubas rackern rund 4000 Arbeiter im 24-Stunden-Schichtbetrieb. Das Bauvorhaben, das 2015 beendet sein soll, kostet knapp eine Milliarde Dollar.
Oscar Alba
Ins Rampenlicht geraten war der Hafen von Mariel auch während der Kubakrise 1962. Bild: Luftaufnahme des US-Verteidigungsministeriums zeigt angeblich den Verlad von sowjetischem Raketenzubehör. (5. November 1962)
Ins Rampenlicht geraten war der Hafen von Mariel auch während der Kubakrise 1962. Bild: Luftaufnahme des US-Verteidigungsministeriums zeigt angeblich den Verlad von sowjetischem Raketenzubehör. (5. November 1962)
U.S. Department of Defense
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Kuba baut westlich von Havanna einen Megahafen mit Sonderwirtschaftszone. Wie viel Verzweiflung des Castro-Regimes steckt hinter diesem Projekt? Verzweiflung mag vielleicht eine gewisse Rolle spielen. Es ist aber vor allem die Erkenntnis von Präsident Raúl Castro, dass seine bisherigen Reformen nicht genügen, um die kubanische Wirtschaft in Schwung zu bringen. Deshalb setzt Kuba nun derart stark auf diese neue Sonderwirtschaftszone. Da hat Castros Regierung lokal begrenzt andere Gesetze und Regeln erlassen, die ausländische Investoren unter anderem mit Steuerprivilegien anlocken sollen. Ausländische Unternehmen sollen Kapital bringen und Arbeitsplätze schaffen – das ist das, was Kuba dringend benötigt. Solche Sonderwirtschaftszonen haben andere Länder, insbesondere China, schon mit Erfolg erprobt.

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