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Als wäre er eine Erscheinung

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei hat sich ohne Entourage unters Volk gemischt. Seither sind die Chinesen aus dem Häuschen.

Xi Jinping trägt sein Essen eigenhändig an den Tisch. Foto: Weibo.com
Xi Jinping trägt sein Essen eigenhändig an den Tisch. Foto: Weibo.com

Es war der letzte Samstag im Dezember, als ein 60-Jähriger das Baozi-Restaurant Qingfeng beim Mondaltarpark betrat. Der Mann, so wurde nachher voller Staunen berichtet, habe sich in die Schlange eingereiht. Dann bestellte er. Einfach so. Baozi mit Schweinefleisch.

Baozi sind gedämpfte Teigtaschen, ein in Nordchina beliebter Snack. Die Kassiererin im Fast-Food-Lokal sagte, sie sei «schockiert» gewesen: Der Mann bezahlte sogar selbst. 21 Yuan, umgerechnet 3 Franken. Mehr als ein Dutzend Zeugen bestätigten die Szene. «Alle waren sehr aufgeregt», wurde He Yuanli zitiert, der Manager des Restaurants. «Der Generalsekretär lächelte die ganze Zeit.» Der Generalsekretär, das ist der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, der Staatspräsident. Xi Jinping heisst er. Den Namen kennen die Chinesen spätestens seit seinem Amtsantritt im November 2012. Dass er ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, hat aber alle überrascht. Ein Parteichef, der Baozi isst, gemeinsam mit dem Volk, das kommt einer Erscheinung gleich.

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