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China soll japanisches Schiff ins Visier genommen haben

Die chinesische Küstenwache soll mit einem «Radar zum gezielten Abschuss» operiert haben. Der Vorfall löst im Inselstreit neue Spannungen aus. Jetzt wurde der chinesische Botschafter einberufen.

An diesem japanischen Kriegsschiff soll der Abschuss geprüft worden sein: Das Boot Yuudachi am 5. Februar 2013 im Ostchinesischen Meer.
An diesem japanischen Kriegsschiff soll der Abschuss geprüft worden sein: Das Boot Yuudachi am 5. Februar 2013 im Ostchinesischen Meer.
Keystone

Japan hat den chinesischen Botschafter einberufen, um gegen das neuerliche Eindringen chinesischer Schiffe in japanische Hoheitsgewässer zu protestieren. Das Aussenministerium in Tokio habe seinen förmlichen Protest gegen das Vordringen der Schiffe zu den Senkaku-Inseln eingelegt.

Das teilte ein Vertreter des Ministeriums mit. Die zwei Schiffe der chinesischen Küstenwache waren gestern in der Nähe des unbewohnten Archipels eingetroffen, das in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird.

Mehrere Vorfälle innerhalb weniger Tage

Auslöser der neuen Spannung soll ein Vorfall sein, der sich am 30. Januar ereignet haben soll. Das japanische Militär hat der chinesischen Armee vorgeworfen, eines seiner Schiffe ins Visier eines Zielradars genommen zu haben. Am vergangenen Donnerstag sei «ein Radar zum gezielten Beschuss» auf ein japanisches Schiff im Ostchinesischen Meer gerichtet worden, teilte heute das Verteidigungsministerium in Tokio mit.

Bereits einige Tage zuvor habe es einen ähnlichen Zwischenfall mit einem japanischen Hubschrauber gegeben, was «unnormal» sei und zu einer «sehr gefährlichen Situation» führen könne.

China will Stärke zeigen

China schickt seit Wochen immer wieder Schiffe in das Ostchinesische Meer, um Stärke im Streit um die Inseln zu zeigen. Japan und China streiten seit Monaten offen um die unbewohnte Inselgruppe.

Sie befindet sich etwa 200 Kilometer vor der Küste Taiwans und rund 400 Kilometer vor der japanischen Insel Okinawa. Die kleinen Inseln liegen strategisch günstig in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden zudem grössere Erdöl- und Erdgas-Vorkommen im Meeresboden vermutet.

Angst vor bewaffnetem Konflikt

Ausgelöst wurden die Spannungen Anfang September durch eine Entscheidung der japanischen Regierung, mehrere der Inseln aus japanischem Privatbesitz zu kaufen. Der Streit entwickelte sich zu einer diplomatischen Krise.

Beobachter befürchten, die schärfer werdende Rhetorik und zunehmende Zusammenstösse könnten eines Tages zu einem bewaffneten Konflikt führen, der von beiden Seiten so nicht gewollt werde.

SDA/chk

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