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Der Mann, der die Anschlagspläne verraten haben soll

Am Freitagabend konnte ein Terrorkomplott in Flugzeugen verhindert werden. Der entscheidende Tipp kam offenbar von einem ehemaligen Al-Qaida-Mitglied, das in Guantánamo eingesessen hatte.

Nur zufällig gefunden: Der Sprengstoff im Drucker.
Nur zufällig gefunden: Der Sprengstoff im Drucker.
Keystone
Eine der Bomben konnte laut dem französischen Innenminister Brice Hortefeux nur 17 Minuten vor der Explosion entschärft werden.
Eine der Bomben konnte laut dem französischen Innenminister Brice Hortefeux nur 17 Minuten vor der Explosion entschärft werden.
Keystone
Obama bestätigt den Verdacht: In den Paketen wurde Sprengstoff gefunden.
Obama bestätigt den Verdacht: In den Paketen wurde Sprengstoff gefunden.
Keystone
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Der entscheidende Tipp zu den beiden im Jemen aufgegebenen Paketbomben kam laut dem britischen Sender BBC von einem früheren Al-Qaida-Mitglied. Jabr al-Faifi sei ein ehemaliger Guantánamo-Häftling, der sich vor zwei Wochen bei den saudiarabischen Behörden gemeldet haben soll.

Nachdem er aus Guantánamo entlassen worden sei, durchlief al-Faifi offenbar ein Rehabilitierungs-Programm in Saudiarabien und trat danach wieder der al-Qaida im Jemen bei. Als er jedoch wieder in die Heimat zurückkehren wollte, habe er die saudische Regierung kontaktiert, so der britische Sender. Durch die jemenitische Regierung sei schliesslich eine Übergabe arrangiert worden, sagte der Sprecher des saudiarabischen Innenministeriums, General Mansour al-Turki.

Saudiarabien wusste genau Bescheid

Gewarnt wurden die USA von Prinz Muhammad Bin Nayef, schreibt die «Welt». Der Prinz ist in seinem Land für den Geheimdienst verantwortlich und kennt den Sicherheitsberater für Terrorismus in den USA, John Brennan, persönlich. Brennan hatte einst die CIA-Niederlassung im saudiarabischen Raum geleitet.

Der saudische Prinz sei erstaunlich gut informiert gewesen, schreibt das deutsche Blatt. Er habe die Nummern zur Verfolgung der explosiven Pakete vorweisen können und er habe Brennan auch darüber informieren können, wie der Sprengstoff getarnt worden sei.

Saudiarabiens Stellung im Kampf gegen den Terror

Saudiarabiens Stellung im Kampf gegen den Terror sei eine seltsame, schreibt die «Welt». Einerseits tauschen sich die westlichen Geheimdienste mit den saudiarabischen Kollegen regelmässig aus. Andererseits stammen zahlreiche Führungspersönlichkeiten bei internationalen Terrornetzwerken aus dem Königreich – einer davon Osama Bin Laden. Nun sei es dem dortigen Geheimdienst offenbar gelungen, das Terrornetzwerk al-Qaida zu infiltrieren, schreibt die deutsche Zeitung. Ob Saudiarabien die Informationen aber nur dem Überläufer verdanke, bleibt offen.

Die Behörden in den USA verdächtigen offenbar Hassan al-Asiri als Drahtzieher des Bombenkomplotts. Er soll bereits die Sprengsätze für einige der fehlgeschlagenen Anschläge der vergangenen Jahre gebaut haben. Dazu gehöre auch der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab, der vergangene Weihnachten ein Passagierflugzeug auf dem Weg nach Detroit in die Luft sprengen wollte. Der Sprengstoff war damals in die Unterhose eingenäht. Es werde angenommen, dass al-Asiri auch für einen Anschlag auf Prinz Bin Nayef verantwortlich gewesen sei.

Jemen als Rückzugsgebiet

Eine der wichtigsten Orte der globalen Dschihad-Bewegung befinde sich derzeit im Jemen. BBC-Korrespondent Frank Gardner sagt, die meisten Al-Qaida-Mitglieder auf der arabischen Halbinsel seien Saudis, welche ihr Land verlassen hätten und nun im Jemen agieren. Die dortige Zentralregierung habe das Land kaum unter Kontrolle und biete so dem Terrornetzwerk zahlreiche Rückzugsgebiete. Um es sich nicht mehr mit der lokalen Bevölkerung zu verscherzen, habe al-Qaida angefangen, auf Angriffe auf die muslimische Bevölkerung zu verzichten.

So versuche sich al-Qaida vielmehr beliebt zu machen, indem die Gruppe im Jemen neue Brunnen für die Bevölkerung gegraben habe und die medizinische Versorgung verbessere, zitiert die «Welt» einen früheren Bodyguard Osama Bin Ladens. Die Stammesleute hätten sich von der Regierung abgewendet, nachdem sie mehrfach um mehr Lehrer für die Regierung gebeten hätten. Laut der Website «News Yemen» hätten sie sich nach erfolglosen Versuchen der al-Qaida zugewandt und dort um Hilfe gebeten. Die Zahl der Sympathisanten gehe seither in die Tausende.

Drohnenangriff der USA im Jemen

Seit Monaten denke die USA über den Einsatz von ferngesteuerten Drohnen nach, um im Jemen den Terror zu bekämpfen. Raketen seien in den vergangenen Monaten bereits auf Stellungen der Terroristen abgefeuert worden. Offiziell habe sich die jemenitische Regierung zu den Militäreinsätzen bekannt, schreibt die «Welt». Tatsächlich aber hätten die Amerikaner hinter den Angriffen gesteckt. Es sei zu vermuten, dass die USA die Angriffe jetzt intensivieren werden.

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