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Die Grossverdiener Afghanistans

Die Taliban gehören zu den attraktivsten Arbeitgebern. Die Aufständischen zahlen Monatsgehälter von 300 Dollar – für Afghanistan eine horrende Summe. Aber bald könnte sich auf dem Jobmarkt vieles ändern.

Erhalten im Monat rund 300 Dollar: Talibankämpfer südlich von Kabul.
Erhalten im Monat rund 300 Dollar: Talibankämpfer südlich von Kabul.
Keystone
Die verheerende wirtschaftliche Lage treibt die Jugend in die Arme der Aufständischen. Hier posiert eine Gruppe von Taliban kurz vor der Exekution von zwei Frauen in der Provinz Ghazni im Juli 2008.
Die verheerende wirtschaftliche Lage treibt die Jugend in die Arme der Aufständischen. Hier posiert eine Gruppe von Taliban kurz vor der Exekution von zwei Frauen in der Provinz Ghazni im Juli 2008.
Keystone
Chinesische Minenexperten erkunden das Gelände der Aynak-Mine südöstlich von Kabul.
Chinesische Minenexperten erkunden das Gelände der Aynak-Mine südöstlich von Kabul.
Keystone
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In Afghanistan verdienen nur wenige besser als die Aufständischen. Die Taliban zahlen ihren Kämpfern umgerechnet rund 300 Dollar im Monat. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in Afghanistan beträgt 35 Dollar. Die Taliban-Kämpfer verdienen auch deutlich mehr als afghanische Polizisten und Soldaten. Das sagte kürzlich der amerikanische Heeresgeneral Stanley McChristal, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) schreibt.

Der grösste Feind der Allianz in Afghanistan ist die hohe Arbeitslosigkeit. Sie beträgt 40 Prozent und treibt die jungen Männer in Heerscharen in die Arme der Taliban. Die afghanische Regierung verspricht zwar ausstiegswilligen Kämpfern Arbeit und Ausbildungsplätze, das Geld ist allerdings sehr knapp. Westliche Länder müssen derzeit zwei Drittel des afghanischen Haushalts bestreiten. Und das dürfte auch noch Jahre so bleiben. Präsident Hamid Karzai hat darauf hingewiesen, dass Afghanistan frühestens 2024 seine Sicherheitskräfte selber bezahlen könne.

Chance auf wirtschaftliche Entwicklung

Ein Allheilmittel für die darbende Wirtschaft könnte allerdings der Bergbau sein. In ihn setzt die Regierung in Kabul grösste Hoffnungen. Angeblich lagern unter der Erde Rohstoffe im Wert von über einer Billion Dollar. Dies verkündete im Januar ein begeisterter Präsident Hamid Karzai, wie die FAZ berichtet. Die Trümpfe heissen Kupfer, Eisenerz, Erdgas, Marmor, Halbedelsteine und Uran.

Bereits vor drei Jahren wurden die Förderrechte für die Aynak-Mine, eine der bedeutendsten Kupferminen der Welt, an einen chinesischen Staatskonzern vergeben. Die Steuereinnahmen werden auf 400 Millionen Dollar im Jahr geschätzt – das ist rund die Hälfte des gesamten heutigen Haushalts. Durch die Mine sollen 30'000 Arbeitsplätze entstehen, so hofft die UNO.

In einer anderen Mine, der Hajigak-Mine im zentralafghanischen Bamian, lagern offenbar 1,8 Milliarden Tonnen Eisenerz. Prognostizierte Steuereinnahmen: drei Milliarden Dollar. Rund um die Mine sollen 50'000 Arbeitsplätze entstehen. Indische und chinesische Firmen haben bereits ihr Interesse bekundet.

All das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Noch leben 80 Prozent der afghanischen Bevölkerung von der Landwirtschaft – und die ist nur schlecht Entwickelt. Es darf aber gehofft werden, dass der Bergbau das potenzielle Allheilmittel für die darbende afghanische Wirtschaft ist.

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