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Doppelanschlag auf israelische Diplomaten

Bei einem Anschlag in Delhi wurde die Frau eines israelischen Diplomaten und drei weitere Personen verletzt. Ein zweiter Anschlag in Georgien konnte vereitelt werden. Netanyahu hat die Schuldigen schon ausgemacht.

Sollen für die Detonationen in Bangkok verantwortlich sein: Überwachungskameras haben die Attentäter gefilmt. (15. Februar 2012)
Sollen für die Detonationen in Bangkok verantwortlich sein: Überwachungskameras haben die Attentäter gefilmt. (15. Februar 2012)
AFP
Bei den Verletzten in Indien handle es sich um die Frau eines Diplomaten und einen Fahrer: Indische Soldaten am Tatort. (13. Februar 2012)
Bei den Verletzten in Indien handle es sich um die Frau eines Diplomaten und einen Fahrer: Indische Soldaten am Tatort. (13. Februar 2012)
Keystone
Der Sprengsatz detonierte in unmittelbarer Nähe der Botschaft in Delhi. (13. Februar 2012)
Der Sprengsatz detonierte in unmittelbarer Nähe der Botschaft in Delhi. (13. Februar 2012)
Keystone
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Doppelanschlag auf Fahrzeuge israelischer Diplomaten: In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi verübte heute offenbar ein Angreifer auf einem Motorrad einen Bombenanschlag auf das Fahrzeug eines israelischen Diplomaten, wie aus Behördenkreisen verlautete. Ein Autobombenanschlag in Georgien konnte den Angaben zufolge vereitelt werden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu machte den Iran und die radikalislamische Hizbollah für die Taten verantwortlich.

«Heute waren wir Zeuge von zwei Terrorversuchen gegen unschuldige Zivilpersonen», sagte Netanyahu bei einem Treffen von Abgeordneten seiner Likud-Partei. «Der Iran steckt hinter diesen Anschlägen und er ist der grösste Terrorexporteur der Welt.» Israel habe in den vergangenen Monaten Anschläge in Aserbeidschan, Thailand und anderen Ländern vereitelt, sagte Netanyahu. «In all diesen Fällen waren die Drahtzieher dieser Anschläge der Iran und sein Protegé Hizbollah.» Er kündigte an, «mit starker Hand gegen internationalen Terror» vorzugehen.

Der iranische Botschafter in Indien wies die Vorwürfe Israels, wonach der Iran in den Anschlag in Indien verwickelt sei, als Lügen zurück. Sein Land verurteile jegliche «Terror»-Anschläge, sagte Mahdi Nabisadeh laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Frau eines Diplomaten verletzt

Der Anschlag in Neu-Delhi ereignete sich Polizeiangaben zufolge nur wenige hundert Meter vom Sitz des Ministerpräsidenten entfernt. Die Frau eines israelischen Diplomaten sei in Richtung einer Schule unterwegs gewesen, um ihre Kinder abzuholen. Als sich das Fahrzeug einer Kreuzung näherte, habe die Frau einen Motorradfahrer bemerkt, der offenbar einen magnetischen Gegenstand am Auto angebracht habe, sagte Polizeikommissar B.K. Gupta. Kurze Zeit später sei es zu der Detonation gekommen. Fernsehbilder zeigten einen stark zerstörten Kleinbus mit blauem Diplomatenkennzeichen.

Die verletzte Frau befinde sich in einem stabilen Zustand, sagte Gupta. Ihr Fahrer und zwei weitere Personen in einem anderen Fahrzeug hätten sich leichte Verletzungen zugezogen.

Sprengsatz in Georgien rechtzeitig entdeckt

Bei dem vereitelten Anschlag in der georgischen Hauptstadt Tiflis hatten Unbekannte nach Angaben der örtlichen Behörden einen Sprengsatz an den Wagen eines Fahrers der israelischen Botschaft angebracht. Dieser habe die Vorrichtung aber rechtzeitig entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden nach eigenen Angaben eine Granate, die entschärft werden konnte.

Israelische Beobachter äusserten den Verdacht, dass es sich bei den Taten um Vergeltungsschläge für Anschläge auf iranische Atomwissenschaftler handeln könnte. «Es ist kein Geheimnis, dass der Iran die Hizbollah weltweit einsetzt und die Hizbollah dazu in der Lage ist, Anschläge in der Welt auszuführen», sagte ein ehemaliger ranghoher Berater des israelischen Verteidigungsministers, Mike Herzog.

Teheran hatte Israel vergangenen Monat für einen tödlichen Anschlag auf den Direktor der grössten iranischen Urananreicherungsanlage verantwortlich gemacht. Die amtliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete später, es gebe Beweise für eine Verwicklung der USA und Grossbritanniens in die Tötung des Atomwissenschaftlers.

dapd/mrs

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