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Google beugt sich dem Druck des chinesischen Regimes

Unmittelbar vor Ablauf seiner Betreiberlizenz für das Reich der Mitte hat der US-Internetriese im Streit mit der Regierung in Peking eine neue Strategie angekündigt.

Im Januar hatte Google nach mutmasslichen Hackerangriffen aus China damit gedroht, sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen. In der Volksrepublik herrscht eine strenge Internetzensur.
Im Januar hatte Google nach mutmasslichen Hackerangriffen aus China damit gedroht, sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen. In der Volksrepublik herrscht eine strenge Internetzensur.
AFP

Unmittelbar vor Ablauf seiner Betreiberlizenz für China hat der US-Internetriese Google im Streit mit der Regierung in Peking eine neue Strategie angekündigt. In den kommenden Tagen werde Google die automatische Weiterleitung der chinesischen Nutzer auf eine Hongkonger Website beenden, erklärte Google-Chefjustiziar David Drummond am Dienstag im Firmenblog.

Umleitung nach Hongkong

Stattdessen gebe es eine neue Homepage Google.cn mit einem Link zum Hongkonger Google-Auftritt. Nach monatelangem Streit über Hackerangriffe und Zensurbestimmungen in China hatte Google seine dort selbst auferlegten Beschränkungen im März für beendet erklärt und Besucher der Website google.cn seitdem auf die Hongkonger Website Google.com.hk umgeleitet.

Der Link zur Hongkonger Homepage erlaube den Nutzern von Google.cn Internetrecherchen und die Nutzung von Diensten «wie Musik und Übersetzung ohne Filter», erklärte Drummond. Ob Google in China damit künftig wieder einer Zensur unterliegt, blieb jedoch unklar.

Google hofft auf Lizenzverlängerung

Die chinesischen Behörden hätten die automatische Weiterleitung chinesischer Nutzer in die ehemalige britische Kronkolonie als «inakzeptabel» bezeichnet. «Wenn wir unsere Nutzer weiter umleiten, würde die Lizenz zur Betreibung einer kommerziellen Website in China nicht erneuert», erklärte Drummond weiter. Nun hoffe der Konzern auf eine Verlängerung der Lizenz, die am 30. Juni ausläuft.

Im Januar hatte Google nach mutmasslichen Hackerangriffen aus China damit gedroht, sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen. In der Volksrepublik herrscht eine strenge Internetzensur. Die fast 400 Millionen Nutzer in dem kommunistischen Land dürfen auf viele ausländische Seiten wie das Internet-Netzwerk Facebook und das Video-Portal Youtube nicht zugreifen.

AFP/rek

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