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Indonesien wirbt mit Barack Obama

Barack Obama ist gern auf Reisen, seit er nur noch Privatmann und Vater ist. Derzeit besucht er Indonesien, wo er als Kind vier Jahre gelebt hat. Der Inselstaat nutzt Obamas Besuch dafür, sich als Urlaubsziel zu empfehlen.

Prominenter Besuch auf der Insel Bali: Der frühere US-Präsident Barack Obama (blaues Hemd) weilt mit seiner Entourage derzeit in Indonesien.
Prominenter Besuch auf der Insel Bali: Der frühere US-Präsident Barack Obama (blaues Hemd) weilt mit seiner Entourage derzeit in Indonesien.
AFP

Barack Obama lässt es sich gut ­gehen, seit er nicht mehr US-Präsident ist. In den vergangenen Monaten war er mit Milliardär Richard Branson auf den Virgin Islands und mit Talkshow-Königin Oprah Winfrey und den US-Stars Tom Hanks und Bruce Spring­steen auf Tahiti.

Neben Luxusurlauben scheint der ehemalige Präsident aber auch einigen für ihn nostalgischen Orten Besuche abzustatten. So war er in seinem Geburtsort Hawaii und ist nun für zehn Tage in Indonesien zu Gast.

Dort lebte Obama als Kind vier Jahre lang, nachdem seine Mutter nach ihrer Scheidung einen Indonesier geheiratet hatte. Obamas Wurzeln in Indonesien hat sich das Land schon länger zunutze gemacht.

Internationale Kritik

So steht eine Statue, die den jungen Obama zeigt, schon seit Jahren vor seiner einstigen Grundschule. Die etwa zwei Meter hohe Statue zeigt den «kleinen Barry», wie seine Schulfreude ihn nannten, mit kurzen Hosen, einem T-Shirt und einem Schmetterling auf der Hand.

Auf dem Sockel der Statue steht geschrieben: «Ein kleiner Junge namens Barry spielte mit seiner Mutter Ann hier in der Menteng-Gegend. Er wurde erwachsen und wurde der 44. Präsident der Vereinigten Staaten und ein Gewinner des Friedensnobelpreises: Barack Obama.»

Und auch den jetzigen Besuch Obamas versucht der Inselstaat gewinnbringend für sich zu nutzen. So postete die Tourismusbehörde auf ihrer Facebook-Seite Fotos der Obamas in ihrem Urlaub. Zu sehen ist nicht nur die Ankunft der Familie am Flughafen, sondern auch ein Bild, das die Obamas entspannt und händchenhaltend zeigt.

Nicht zuletzt auch des Tourismus wegen hatte das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt versucht, sich bisher als Musterbeispiel eines toleranten Islam zu positionieren. Dieses Image ist seit einigen Monaten jedoch durch einen wachsenden Islamismus deutlich angekratzt.

Im Mai hatte ein indonesisches Gericht den Gouverneur Jakartas wegen Blasphemie zu einer ­zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das harsche Urteil gegen den Christen, der in einer Rede den Koran beleidigt haben soll, wurde von Beobachtern als ein Zeichen sinkender Toleranz im Land bewertet.

Auch als zwei homosexuelle junge Männer aufgrund ihrer Beziehung öffentlich ausgepeitscht wurden und über 500 Schaulustige die 83 Stockhiebe bejubelten, musste das Land internationale Kritik einstecken.

Essenzielle Einnahmen

Offizielle Stellen scheinen den Besuch der Obamas deswegen dafür nutzen zu wollen, Indonesien wieder verstärkt als weltoffenes Land und Urlaubsziel zu bewerben. «Eine der besten Bestätigungen, die man erhalten kann, ist die berühmter Persönlichkeiten», sagte Tourismusminister Arief Yahya.

«Eine der besten Bestätigungen, die man erhalten kann, ist die berühmter Persönlichkeiten.»

Arief Yahya, Tourismusminister

Für die Wirtschaft des Landes, die laut der Weltbank in diesem Jahr um geschätzte 5,2 Prozent wachsen soll, sind die Einkünfte aus dem Tourismus­bereich essenziell. 2017 werden nach Schätzungen 15 Millionen ausländische Urlauber erwartet – eine Zahl, die Indonesien bis 2019 auf 20 Millionen steigern will.

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