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Japan will nicht über Sexsklavinnen reden

Bei seinem Japan-Besuch wollte Barack Obama eines der dunkelsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs aufrollen. Doch Japan weist die Kritik des US-Präsidenten am System der Sexsklavinnen zurück.

Auch Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht: Chinesin wird von einem britischen Soldaten befragt. (Archivbild)
Auch Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht: Chinesin wird von einem britischen Soldaten befragt. (Archivbild)

Die japanische Regierung hat die Kritik von US-Präsident Barack Obama an Japans System der Sexsklavinnen während des Zweiten Weltkriegs zurückgewiesen. Japan sei sich des Leidens der Opfer bewusst, lehne aber eine Politisierung der Frage ab, sagte der Regierungsvertreter Katsunobu Kato am Freitagabend im Fernsehen. «Diese Frage sollte nicht zu einem Thema der Politik oder Diplomatie gemacht werden.» Die Zwangsrekturierung von Frauen während des Zweiten Weltkriegs in den von Japan besetzten Gebieten belastet bis heute das Verhältnis zu Nachbarn wie Südkorea.

Obama hatte die Praxis am Freitag bei einem Besuch in Südkorea verurteilt. «Dies war eine schreckliche, ungeheuerliche Verletzung der Menschenrechte. Diese Frauen wurden auf eine Weise missbraucht, die selbst inmitten des Krieges schockierend war», sagte Obama in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Die Frauen verdienten es, «gehört und respektiert» zu werden, und die Ereignisse sollten genau und klar aufgearbeitet werden, forderte der Präsident. Die Vergangenheit müsse «ehrlich und fair anerkannt werden».

Südkorea und andere Länder, die während des Zweiten Weltkriegs von Japan besetzt waren, werfen Tokio seit langem vor, nicht ausreichend Busse zu tun für die erzwungene Rekrutierung von Frauen, die vor und während des Kriegs ihren Soldaten als Sexsklavinnen dienen mussten. Obama, der am Freitag nach einem dreitägigen Besuch in Japan in der südkoreanischen Hauptstadt eintraf, rief aber die beiden Länder auch auf, ihre Differenzen zu überwinden und gemeinsam nach vorne zu gehen.

AFP/mrs

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