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Kim Jong-il besucht Schule in China

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il ist südkoreanischen Angaben zufolge offenbar zu einem Besuch nach China gereist. Seine Besuche in China häufen sich.

Der nordkoreanische Staatschef hat Flugangst und reist daher immer per Bahn: Kims gepanzerter Zug in China (Archivbild).
Der nordkoreanische Staatschef hat Flugangst und reist daher immer per Bahn: Kims gepanzerter Zug in China (Archivbild).
Reuters

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il hat am Donnerstag nach Angaben chinesischer Lehrer eine Schule im Nordosten Chinas besucht. Der zurückgezogen agierende 69-jährige Politiker wäre demnach bereits das zweite Mal in diesem Jahr ins Nachbarland gereist, das wichtigster Partner des international isolierten kommunistischen Staates ist.

Zwei Lehrer der Yuwen-Mittelschule in der Provinz Jilin berichteten, Kims Besuch habe 20 Minuten gedauert. Kims Vater Kim Il-sung besuchte die Schule von 1927 bis 1930, wie es auf deren Webseite heisst. Die chinesische Regierung äusserte sich zunächst nicht zu Kims Besuch.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul, es gebe Hinweise darauf, dass Kim am frühen Donnerstagmorgen mit seinem gepanzerten Zug nach China gereist sei. Ähnlich lautete ein Bericht des Fernsehsenders YTN. Ein Geheimdienstsprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, die Berichte seien vermutlich zutreffend, nannte aber keine weiteren Einzelheiten.

Kim Jong-il bereits im Mai nach China gereist

Eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums wollte den Besuch des nordkoreanischen Machthabers auf Anfrage nicht bestätigen. Beide Länder äussern sich nach den Besuchen Kims in China in der Regel erst, wenn der nordkoreanische Machthaber wieder in sein Land zurückgekehrt ist.

Im Mai war Kim für fünf Tage nach China gereist und hatte sich bei seiner ersten Auslandreise seit mehr als vier Jahren mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao getroffen. Bei den Gesprächen war es um das umstrittene Atomprogramm Nordkoreas gegangen.

China bemüht sich auch im Moment wieder, Nordkorea zurück an den Verhandlungstisch zu bringen. Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche über das Atomprogramm Pjöngjangs, an denen neben Nordkorea und China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnehmen, liegen seit April 2009 auf Eis. Damals war Nordkorea nach einem zweiten Atombombentest aus den Verhandlungen ausgestiegen.

Sein Sohn begleitet ihn vermutlich

Möglicherweise könnte Kim der Agentur Yonhap zufolge in Begleitung seines jüngsten Sohnes Kim Jong-un nach China gereist sein, der als möglicher Nachfolger an der Staatsspitze gilt. Kim soll Medienberichten zufolge 2008 einen Schlaganfall erlitten haben, erholte sich seitdem aber offenbar wieder genug, um sein Amt weiter auszuüben.

Für den kommenden Monat hat die regierende Kommunistische Partei in Nordkorea jedoch einen Parteitag einberufen, auf dem Kim Jong-un offiziell als Nachfolger seines Vaters in Stellung gebracht werden könnte. Nach südkoreanischen Angaben kommt seinem 27-jährigen Sohn eine immer grössere Rolle in der Politik des Nordens zu. Kim Jong-un begleitet seinen Vater demnach oft bei Reisen durch das Land.

AFP/mt

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