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Kim Jong-un versetzt seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft

Eine Seenotrettungsübung der USA, Japans und Südkoreas ruft Nordkoreas Armee auf den Plan. Das Manöver wurde allerdings wegen schlechten Wetters verschoben.

Lassen sich durch ein Seemanöver aus der Ruhe bringen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und Armeevertreter.

Nordkorea hat vor einem Militärmanöver Südkoreas, Japans und der USA seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. Die nordkoreanische Armee sei angewiesen worden, «sich vollständig bereit zu halten, um jederzeit mit Operationen zu beginnen», sagte ein Sprecher des Generalstabs laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Das Militärmanöver könne «unvorhersehbare Unglücke» auslösen, warnte Pyongyang. Der Süden rief das Nachbarland zur Zurückhaltung auf. Das gemeinsame Seemanöver der USA, Südkoreas und Japans sollte am Dienstag beginnen, wurde aber wegen eines heraufziehenden Taifuns um mehrere Tage verschoben.

«Unverhohlene Provokationen»

Der nordkoreanische Generalstabssprecher warnte, den «imperialistischen Streitkräften» drohe eine «schreckliche Katastrophe». Die USA sollten sich bewusst machen, dass Nordkorea auf «unverhohlene Provokationen» umgehend mit «seiner starken militärischen Macht» reagieren werde.

Das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium forderte den Norden zur Zurückhaltung auf. «Nordkorea muss sich darüber klar werden, dass provokative Äusserungen seine Isolation von der Weltgemeinschaft verschärfen», teilte das Ministerium mit.

Nach Angaben der USA aus der vergangenen Woche sollen bei dem bevorstehenden dreitägigen Manöver humanitäre Hilfseinsatze und Rettungsmassnahmen nach Katastrophen geübt werden. Der Stabschef der japanischen Marine erklärte am Dienstag, zwei Schiffe seines Landes würden an Such- und Rettungsübungen teilnehmen – «das ist alles». An der Übung soll auch ein US-Atom-U-Boot teilnehmen.

Regelmässige scharfe Rhetorik

Nordkorea reagiert regelmässig mit scharfer Rhetorik auf Militärmanöver Südkoreas und der USA auf der koreanischen Halbinsel und droht Vergeltung an. Auch die Unterzeichnung eines neuen Verteidigungsabkommens von Washington und Seoul in der vergangenen Woche sorgte für harsche Töne aus Pyongyang. Experten zufolge will Nordkorea damit die Aufmerksamkeit der USA erregen und diese zurück an den Verhandlungstisch bringen.

Die Sechs-Parteien-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm liegen seit Dezember 2008 auf Eis. Der dritte nordkoreanische Atomversuch im Februar hatte für monatelange militärische Spannungen in der Region gesorgt. Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt, doch das Misstrauen Washingtons und Seouls ist geblieben, zumal eine Analyse von Satellitenaufnahmen darauf hinweist, das Nordkorea seine Produktion von waffenfähigem spaltbaren Material weiter erhöht hat. Nach Angaben südkoreanischer Verteidigungsexperten könnte Nordkorea ausserdem bis zu 5000 Tonnen Chemiewaffen horten - das entspricht dem Fünffachen des syrischen Arsenals.

AFP/chk

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