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Nackte Gewalt in Bangkok

Die Demonstranten in der thailändischen Hauptstadt wehren sich mit allen Mitteln gegen eine Räumung der besetzten Gebiete. Ein Mensch kam ums Leben; viele wurden verletzt.

Bus angezündet, um damit die Armee stoppen zu können: Ein Demonstrant beobachtet die Lage in Bangkok.
Bus angezündet, um damit die Armee stoppen zu können: Ein Demonstrant beobachtet die Lage in Bangkok.
Reuters
Gummischrot und Wasserwerfer setzen die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten ein.
Gummischrot und Wasserwerfer setzen die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten ein.
Keystone
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Bei den Zusammenstössen zwischen Regierungsgnern und Sicherheitskräften in Bangkok hat es nach Krankenhausangaben zum zweiten Mal binnen 24 Stunden ein Todesopfer gegeben. Ein Mann wurde in die Brust getroffen, wie ein Arzt mitteilte. Thailändische Sicherheitkräfte hatten bei schweren Zusammenstössen bereits am Donnerstagabend einen Demonstranten erschossen. Zuvor war ein zur Opposition übergelaufener Offizier angeschossen worden. Zwölf Menschen wurden verletzt, darunter ein ausländischer Journalist.

Regierungsgegner steckten am Freitag ein Polizeifahrzeug in Brand, in der Innenstadt von Bangkok waren Schüsse zu hören. Andere Demonstranten brachten zwei Wasserwerfer in ihre Gewalt und machten sie unschädlich. Soldaten setzten Schusswaffen und Tränengas ein. Zivilisten liefen in Panik davon, als sich am Freitag Soldaten einer seit Wochen von den Demonstranten besetzten Strasse näherten. Die Armee hatte nach eigenen Angaben den Befehl, das Gebiet zu räumen. Armeesprecher Sunsern Kaewkumnerd sagte zur Begrünung, die Regierungsgegner hätten Sicherheitsheitskräfte mit Waffen bedroht.

Unter den Menschen, die am Freitag verletzt wurden, sind auch zwei Journalisten. Wie der französische Fernsehsender France 24 mitteilte, wurde ein Kanadier, der für den Sender arbeitet, durch einen Schuss am Bein verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der zweite verletzte Journalist war ein Fotograf der thailändischen Zeitung «Matichon».

Rebellen-General mit geringer Überlebenschance

Am Donnerstagabend war die Gewalt in dem Gebiet eskaliert. Ein Demonstrant wurde getötet und mindestens acht weitere wurden verletzt, darunter auch ein prominenter General, der zu den Rothemden übergelaufen war. Der General Kattiya Sawasdipol war nach Spitalangaben weiter bewusstlos und hat nur eine geringe Überlebenschance.

Die Sicherheitskräfte wiesen am Freitag jegliche Verantwortung zurück. Der Vorfall sei für das Militär «völlig unerwartet» gewesen, sagte der Armeesprecher Dithaporn Sasasmit. Alle Soldaten hätten die Anweisung gehabt, nicht auf Unbewaffnete zu schiessen.

SDA

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