Zum Hauptinhalt springen

«Hat dieser Typ nichts Besseres in seinem Leben zu tun?»

Nordkorea testete wieder eine Rakete mit grosser Reichweite. US-Präsident Trump reagierte auf seine Art.

Grosser Jubel: Kim Jong-un und seine Militärs haben Freude am ersten geglückten Test einer Interkontinentalrakete. (4. Juli 2017)
Grosser Jubel: Kim Jong-un und seine Militärs haben Freude am ersten geglückten Test einer Interkontinentalrakete. (4. Juli 2017)
KCNA, AFP
Die Rakete flog mehr als 930 Kilometer, bevor sie ins Japanische Meer stürzte, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte. (4. Juli 2017)
Die Rakete flog mehr als 930 Kilometer, bevor sie ins Japanische Meer stürzte, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte. (4. Juli 2017)
KRT via AP, AFP
Südkorea und die USA analysierten die vorliegenden Daten zum Raketenabschuss: Südkoreanischer Sicherheitsrat tagt. (6. März 2017)
Südkorea und die USA analysierten die vorliegenden Daten zum Raketenabschuss: Südkoreanischer Sicherheitsrat tagt. (6. März 2017)
AFP
1 / 30

Nordkorea hat trotz Warnungen und Aufrufen zum Dialog durch seine Nachbarn und die USA erneut eine Rakete mit grosser Reichweite getestet. Die ballistische Rakete flog nach dem Start nahe der Grenze zu China im Westen des Landes mehr als 930 Kilometer.

Danach stürzte sie ins Japanische Meer, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen. Solche Raketen sind vor allem für das Militär als Raketen mit Atomsprengkopf konzipiert.

In Japans Wirtschaftszone gelandet

Nach Angaben der japanischen Regierung flog die Rakete, dessen Typ zunächst unklar war, 40 Minuten lang und landete dann wahrscheinlich in Japans exklusiver Wirtschaftszone – einer 200-Meilen-Zone vor der Küste. Der jüngste Test erfolgte vor den Feiern zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli in den USA. Nordkorea unterstellt Washington regelmässig eine feindselige Politik. Das wird von der US-Regierung aber bestritten.

Trump giftelt auf Twitter gegen Kim Jong-un

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, es sei schwer zu glauben, dass Südkorea und Japan sich weiter damit abfinden würden. Er frage sich, ob dieser Typ nichts Besseres in seinem Leben zu tun habe, als Raketen starten zu lassen. Trump spielte damit offenbar auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un an. «Vielleicht wird China erhebliche Massnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um diesen Unsinn ein für alle Mal zu beenden.»

Tokio warf der isolierten Führung in Pyongyang Provokation vor und erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen. Ministerpräsident Shinzo Abe rief zugleich die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinpin und Wladimir Putin auf, beim G-20 Gipfel am kommenden Wochenende in Hamburg eine «konstruktive» Rolle im Konflikt mit Nordkorea zu spielen. In Südkorea berief Präsident Moon Jae-in nach dem Raketentest im Nachbarland – wie üblich in diesen Fällen – den nationalen Sicherheitsrat der UNO ein.

Eine Reihe von Tests

Der Streit mit dem kommunistisch regierten Nordkorea gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. Die Lage in der Region ist nach mehreren Tests ballistischer Raketen durch das kommunistische Regime, darunter Mittelstreckenraketen, sowie Marschflugkörpern in den vergangenen Monaten sehr angespannt.

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Flugkörper, die je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern können. Nordkorea arbeitet nach eigenen Angaben auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die bis in die USA getragen werden könnten.

US-Präsident Trump hatte bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten in der vergangenen Woche erneut scharfe Worte an Pyongyang gerichtet. Das «Zeitalter der strategischen Geduld» mit Nordkorea sei vorüber, dieser Ansatz sei gescheitert, sagte er in Anspielung an die Politik seines Vorgängers Barack Obama.

Zugleich betonten Trump und Moon, dass die Tür zum Dialog mit Pyongyang «unter den richtigen Umständen» nach wie vor offen sei. Trump hatte mehrfach mit Alleingängen im Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas gedroht und auch militärische Aktionen nicht ausgeschlossen. Zugleich setzt Washington auf China, dem traditionellen Verbündeten Nordkoreas. Peking ruft die Parteien in dem Konflikt regelmässig zu Verhandlungen auf.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch