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Peter Thiel liebäugelt mit Neuseeland

Der deutschstämmige Peter Thiel ist einer der wenigen Silicon-Valley-Unternehmer, die sich bestens mit Donald Trump verstehen. Thiel besitzt auch einen neuseeländischen Pass. Viele Amerikaner wollen aktuell nach Neuseeland ziehen.

Verstehen sich: PayPal-Gründer Peter Thiel berät US-Präsident Donald Trump beim Thema Technologie.
Verstehen sich: PayPal-Gründer Peter Thiel berät US-Präsident Donald Trump beim Thema Technologie.
Keystone

Vielleicht liegt es an den deutschen Wurzeln, dass sich PayPal-Gründer und Technologiemilliardär Peter Thiel und Donald Trump so gut verstehen. Thiel wurde vor 49 Jahren in Frankfurt geboren, Trumps Grossvater wanderte einst aus Kallstadt in der Pfalz aus. Der 49-jährige Thiel ist einer der wenigen Unternehmer aus dem Silicon Valley, die den US-Präsidenten offen unterstützen. Thiel soll ihn beim Thema Technologie beraten.

Doch obwohl Thiel offensichtlich hinter der «America First»-Politik Trumps steht, hat er in seinem Antrag auf neuseeländische Staatsbürgerschaft 2011 geschrieben: «Ich kann kategorisch sagen, dass ich kein anderes Land gefunden habe, das mit meinem Blick auf die Zukunft mehr übereinstimmt als Neuseeland.» Er habe Neuseeländer stets offen und freundlich gefunden und sie würden nie «lange rummachen, um einen Job erledigt zu bekommen».

Offizielle Anforderungen nicht erfüllt

«Neuseeland ist schön und hat einen starken Umweltethos.» Die Regierung sei an Geschäften interessiert, er habe das unternehmerische Umfeld des Landes intensiv studiert. Deswegen – so betonte der Unternehmer – sei er bereit, einen «bedeutenden Beitrag seiner Zeit und Ressourcen in das Volk und die Unternehmen Neuseelands zu investieren».

Letztere Investitionen scheinen ihm vor sechs Jahren die Staatbürgerschaft dann auch eingebracht zu haben. Denn die offiziellen Anforderungen erfüllte Thiel nicht, wie das 145 Seiten starke Dokument zeigt, das die neuseeländischen Behörden diese Woche veröffentlicht haben: Um Staatsbürger zu werden, hätte er mindestens 1350 Tage mit einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung im Land leben müssen.

Das tat der Deutsch-Amerikaner nicht. Trotzdem brachten «ausserordentliche Umstände» ihm das begehrte Dokument ein – und zwar wegen seines finanziellen und unternehmerischen Engagements.

Pass ist für Geschäfte nicht notwendig

Laut Medienberichten investierte der Unternehmer mehrere Millionen in die neuseeländischen Firmen Xero, eine Steuerberatungsfirma, und Pacific Fibre, die an einem transpazifischen Seekabel arbeitet. Zudem spendete er 1 Million neuseeländische Dollar (0,67 Millionen Euro/0,72 Millionen Franken) für die Erdbebenopfer in Christchurch. 2011 hatte ein schweres Beben die neuseeländische Stadt auf der Südinsel verwüstet, 185 Menschen waren damals ums Leben gekommen.

Und seitdem ist Thiel auch Neuseeländer. Doch warum eigentlich? Geschäfte machen könnte der gewiefte Unternehmer auch als Amerikaner. Eine spezielle Regierungsseite wirbt sogar für solch ein Investment in Neuseeland und preist dabei dessen «unvergleichliche Lebensqualität» und «stabile Wirtschaft» an.

Amerikaner wollen nach Neuseeland

Erst im Januar berichtete das Magazin «New Yorker» über superreiche Amerikaner, die in Neuseeland Land und Immobilien kauften für den Ernstfall: Sprich im Falle einer Wirtschaftskrise oder einer Kriegssituation in den USA beispielsweise. Sie betrachten den kleinen Pazifikstaat mit seinen weniger als 5 Millionen Einwohnern als einen der wenigen sicheren Orte, um ein apokalyptisches Szenario zu überleben.

So bewarben sich alleine in den ersten sieben Tagen nach der Wahl Donald Trumps laut des «New Zealand Herald» über 13'000 Amerikaner bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde, 17-mal mehr als normal.

Hatte auch Thiel eine mögliche Apokalypse im Hinterkopf, als er sich mit Millioneninvestitionen um den neuseeländischen Pass bemühte? Auch er besitzt inzwischen nicht nur Aktien, sondern auch mehrere Immobilien in Neuseeland. Sollte es mit seinem Freund Trump nicht so rund wie geplant laufen, steht Thiel, wie einigen anderen Superreichen auch, damit eine Hintertür im Pazifik offen.

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