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Selbstmordanschlag erschüttert Flughafen in Afghanistan

Im Osten Afghanistan verübten die Taliban einen Anschlag auf einen Flughafen. Dabei tötete ein Attentäter mindestens neun Menschen. Gerüchten nach sollen andernorts Nato-Soldaten vergiftet worden sein.

Angespannte Lage: Afghanische Soldaten haben die Stelle des Anschlags abgeriegelt. (27. Februar 2012)
Angespannte Lage: Afghanische Soldaten haben die Stelle des Anschlags abgeriegelt. (27. Februar 2012)
Keystone
Die Proteste wegen der Koran-Verbrennungen waren im Osten Afghanistans am grössten: Anschlag auf den Flughafen von Jalalabad. (27. Februar 2012)
Die Proteste wegen der Koran-Verbrennungen waren im Osten Afghanistans am grössten: Anschlag auf den Flughafen von Jalalabad. (27. Februar 2012)
Reuters
Muslimen gilt die unsachgemässe Entsorgung des Korans als Schändung der heiligen Schrift. Ein Bericht zur angeblichen Schändung des Korans im US-Gefangenenlager Guantánamo hatte 2005 schwere antiamerikanische Proteste ausgelöst.
Muslimen gilt die unsachgemässe Entsorgung des Korans als Schändung der heiligen Schrift. Ein Bericht zur angeblichen Schändung des Korans im US-Gefangenenlager Guantánamo hatte 2005 schwere antiamerikanische Proteste ausgelöst.
Shah Marai, AFP
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Ein Selbstmordattentäter hat auf dem Flughafen der ostafghanischen Stadt Dschalalabad neun Menschen mit in den Tod gerissen. Die Taliban bekannten sich zu der Tat und erklärten, es handle sich um Vergeltung für die Koranverbrennung in einem US-Militärlager.

Der Sprecher der Regierung der Provinz Nangarhar, Ahmadsia Abdulsai, sagte, bei den Toten am Flughafen der Provinzhauptstadt handle es sich um sechs Zivilisten, zwei Wachmänner und einen Soldaten. Der Attentäter habe sich in einem mit Sprengstoff gefüllten Fahrzeug an der Einfahrt zum Flughafen in die Luft gesprengt.

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, drei ausländische und fünf afghanische Soldaten sowie fünf Wachmänner seien verwundet worden. Zu der Explosion sei es in der Nähe einer Militärbasis an dem Flughafen gekommen. Der Flughafen wird zivil und militärisch genutzt. Er wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Ziel von Taliban-Angriffen.

Karzai verurteilt Anschlag

Präsident Hamid Karzai verurteilte den Anschlag als unmenschlich und unislamisch. Er wünsche, «dass der skrupellose Feind sich damit nichts einhandelt als wachsenden öffentlichen Ärger und die Strafe Allahs, des Allmächtigen».

Erstmals seit vergangenem Mittwoch wurden keine gewaltsamen Ausschreitungen wegen des Vorfalls auf dem US-Stützpunkt Bagram gemeldet. In den vergangenen Tagen waren bei schweren Unruhen rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Auch eine Entschuldigung von US- Präsident Barack Obama hatte die Gewalt nicht eingedämmt.

Lebensmittel vergiftet

Die Taliban behauptetem ausserdem, einer ihrer Kämpfer habe Essen und Getränke auf einer ISAF-Basis vergiftet. Ein Isaf- Sprecher sagte, man untersuche mutmassliche «Manipulationen» an Nahrungsmitteln auf einem Stützpunkt in Torcham an der Grenze zu Pakistan. «Es gibt Berichte, wonach Spuren von Bleiche in Essen und Getränken gefunden wurden.» Der betroffene Essenssaal sei geschlossen worden. «Wir versuchen, ausfindig zu machen, ob jemand deswegen krank wurde.»

Behauptungen der Taliban, fünf US-Soldaten seien an Vergiftungen gestorben, wies der Sprecher zurück. Torcham liegt in der Nähe von Dschalalabad und ebenfalls in der Provinz Nangarhar.

Nach der Tötung von zwei US-Militärberatern im Kabuler Innenministerium am Wochenende beriefen die Nato sowie Grossbritannien, Kanada und Deutschland ihre Mitarbeiter aus den afghanischen Ministerien ab.

UNO zieht Personal ab

Die Vereinten Nationen zogen wegen der Angriffe von Demonstranten auf ein Büro ihre internationalen Mitarbeiter vorübergehend aus der afghanischen Provinz Kundus ab, wie die UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) in New York mitteilte. Einheimische UNO- Mitarbeiter blieben aber vor Ort.

Ein Mob hatte am Samstag versucht, das UNO-Büro sowie das Polizeihauptquartier in Kundus zu stürmen. Dabei wurde zwar kein UNO- Mitarbeiter verletzt, aber es gab Tote auf Seiten der Demonstranten.

Nach der Tötung von zwei US-Militärberatern im Kabuler Innenministerium am Wochenende hatten bereits die Nato sowie Grossbritannien, Kanada und Deutschland ihre Mitarbeiter aus den afghanischen Ministerien abberufen.

dapd/kpn/rub

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