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CIA-Agenten an der Front im Einsatz

Barack Obama schloss bisher den Einsatz von Bodentruppen in Libyen aus. In Wahrheit werden die Rebellen schon seit Wochen von CIA-Agenten unterstützt.

Erhalten wichtige Unterstützung von britischen und US-Geheimagenten: Rebellen auf dem Weg nach Benghazi.
Erhalten wichtige Unterstützung von britischen und US-Geheimagenten: Rebellen auf dem Weg nach Benghazi.
Keystone

Der Einsatz von Bodentruppen im Libyen-Konflikt ist höchst umstritten. Während sich Mächte wie China und Russland heftig dagegen wehren, schliesst beispielsweise Nicolas Sarkozy eine solche Intervention nicht aus. Doch bis jetzt blieb es, zumindest von offizieller Seite aus, bei leeren Drohungen, um Muammar al-Ghadhafi einzuschüchtern.

Gemäss einem Bericht der «New York Times» stehen de facto aber schon «seit mehreren Wochen» westliche Bodentruppen in Libyen im Einsatz. Die USA haben inzwischen bestätigt, dass in Libyen CIA-Agenten im Einsatz stehen, um die Rebellen gegen das Regime von Muammar al-Ghadhafi zu unterstützen. Demnach führten militärische Analysen zu der Erkenntnis, dass die Rebellen ohne Unterstützung den Kampf gegen Ghadhafi nicht gewinnen können.

Kontaktaufnahme zu Rebellen und Ghadhafi-Anhängern

Genauer gesagt handelt es sich «um kleinere Gruppen» des US-Auslandgeheimdienstes CIA sowie um «Dutzende» Agenten des britischen MI6. Die Geheimkräfte hätten beispielsweise bei der Rettung des Waffenleitoffiziers des in Libyen abgestürzten US-Kampfjets geholfen. Ausserdem suchten sie Kontakt zu den Aufständischen, sagte ein Gewährsmann gegenüber der «New York Times». Zu ihren Aufgaben gehöre es, deren Anführer ausfindig zu machen, ihre Absichten zu verstehen und sie gegebenenfalls zu unterstützen.

Doch die Agenten mischen sich offenbar auch auf der Gegenseite ein: So werde gezielt Kontakt zu Ghadhafi-Anhängern gesucht. Ihnen werde ein Amnestie-Angebot gemacht in der Hoffnung, sie würden so dem libyschen Machthaber den Rücken kehren.

Mit gezielten Informationen über Ghadhafis Militärdepots und über sonstige militärische Stützpunkte hatten die Agenten einen wesentlichen Anteil am Erfolg der bisherigen Angriffe der westlichen Luftwaffe.

Ein Einsatz entgegen Obamas Aussage

Nähere Details über die Aktivitäten der Agenten sind derzeit nicht bekannt. Barack Obamas Präsidentensprecher Jay Carney liess lediglich mitteilen, es sei «die gängige Praxis, sich über Geheimdienstaktivitäten nicht zu äussern». Eine Äusserung, die auch den Präsidenten schützt. Barack Obama erklärte jüngst, dass es «keine US-Bodentruppen in Libyen geben wird». Die Agenten oder «Schattenmacht», wie die «New York Times» schreibt, hat der US-Präsident bei dieser Äusserung offensichtlich ausgeklammert.

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