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Ghadhafi ändert seine Taktik

Die Truppen des libyschen Machthabers richten ihre Angriffsziele neu aus. Die Energieversorgung der Aufständischen soll gekappt werden. Derweil gibt es Berichte von schweren Kämpfen im Westen des Landes.

Erfolgreicher Schlag für Ghadhafi: Ein Treibstoffdepot in Misrata geht in die Luft. (7. Mai 2011)
Erfolgreicher Schlag für Ghadhafi: Ein Treibstoffdepot in Misrata geht in die Luft. (7. Mai 2011)
AFP
Libysche Aufständische verladen in Benghazi Waren für Misrata. (7. Mai 2011)
Libysche Aufständische verladen in Benghazi Waren für Misrata. (7. Mai 2011)
AFP
Ghadhafi-treue Soldaten lassen sich auf einer geführten Pressetour der Regierung fotografieren. (28. März 2011)
Ghadhafi-treue Soldaten lassen sich auf einer geführten Pressetour der Regierung fotografieren. (28. März 2011)
Reuters
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Die libyschen Aufständischen haben sich in der Region um die Stadt Zintan heftige Kämpfe mit den Truppen von Machthaber Muammar al-Ghadhafi geliefert. Angesichts des Beschusses mit Grad-Raketen seien rund 20'000 Menschen über die nahe tunesische Grenze geflohen, sagte ein Rebellensprecher. In der Stadt Misrata beschossen die Regierungstruppen im Hafen Treibstoffdepots, um die Energieversorgung der Aufständischen zu kappen.

Bei den schweren Kämpfen nahe der Städte Zintan und Wasin in den Bergen südwestlich von Tripolis wurden mindestens neun Aufständische getötet und rund fünfzig weitere verletzt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Ein Rebellensprecher sagte, die Städte seien «wahllos» mit Grad-Raketen beschossen worden, so dass nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Rebellen zur Flucht aus Wasin gezwungen waren. Am Morgen waren die Truppen Ghadhafis bis auf 15 Kilometer auf Zintan vorgerückt, doch gelang es hunderten Rebellen, sie in die Region von Al-Alawinia zurückzudrängen.

In der seit acht Wochen belagerten Küstenstadt Misrata beschossen die Ghadhafi-Truppen unterdessen mehrere Treibstofflager im Hafen. Da sie bei ihren Raketen-Angriffen auf den Hafen auf starken Widerstand der Rebellen gestossen seien, hätten die Truppen Ghadhafis nun ihre Taktik geändert, sagte der militärische Sprecher des oppositionellen Nationalen Übergangsrats, Ahmed Omar Bani. Sie feuerten die Raketen nun auf die Treibstofflager im Hafen ab und hätten bereits einige getroffen. Die Versorgung der Aufständischen mit Kraftstoff solle so gekappt werden.

Italien will Rebellen weiter unterstützen

Die Rebellen warfen den Regierungstruppen zudem vor, am Freitag aus Helikoptern Seeminen im Hafen von Misrata gelegt zu haben. Die Hubschrauber seien mit den Symbolen des Roten Kreuzes gekennzeichnet gewesen. Ein humanitärer Helfer bestätigt die Angaben, indessen die NATO erklärte, das Flugverbot über Misrata sei am Donnerstag von Hubschraubern verletzt worden. Der Hafen von Misrata ist für die Rebellen von strategischer Bedeutung, da er der einzige Zugang zu der belagerten Küstenstadt ist. Noch immer warten dort hunderte afrikanische Flüchtlinge auf einen Platz auf einem der seltenen Hilfsschiffe.

Der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats, Abdel Hafis Ghoga, erklärte unterdessen, Italien wolle den Rebellen «sehr bald» Waffen liefern. Ein entsprechendes Abkommen sei in Italien beschlossen worden. Genauere Angaben zu der Art der Waffen machte er nicht. Beamte des italienischen Aussenministeriums erklärten jedoch, Italien werde den Rebellen nur «Material zur Selbstverteidigung» im Rahmen der UN-Resolution 1973 zur Verfügung stellen.

AFP/jak

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