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Ghadhafi-Truppen sprengen Misratas Benzin-Vorräte in die Luft

Flugzeuge des libyschen Machthabers haben in der Nacht auf heute Treibstoff-Lager in der belagerten Stadt Misrata bombardiert. Zudem verminen Ghadhafis Soldaten Gewässer – mit einem dreisten Trick.

Die Treibstofftanks in Misrata gingen in Flammen auf und brachten die Benzinversorgung in der von den Ghadhafi-Truppen eingeschlossenen Stadt zum Erliegen. Das berichtete sowohl ein Korrespondent des Senders BBC als auch die Aufständischen in der ostlibyschen Metropole Benghazi. Die Bomben seien aus kleinen Flugzeugen auf die Tanks abgeworfen worden, sagte der Sprecher der Aufständischen, Ahmed Hassan. Die Maschinen würden normalerweise zum Versprühen von Pestiziden genutzt.

Der Angriff stellt eine Verletzung des Flugverbots dar, das im März vom Weltsicherheitsrat verhängt worden war. Die Nato, die für die Überwachung des Flugverbots zuständig ist, reagierte allerdings bislang nicht darauf.

«Riesiges Feuer ausgebrochen»

«Vier Tanks wurden dabei ganz zerstört und ein riesiges Feuer ist ausgebrochen, das sich auf weitere vier Tanks ausgebreitet hat», sagte der Rebellensprecher weiter. Die Aufständischen könnten das Feuer nicht löschen, weil ihnen die Hilfsmittel fehlten.

«Jetzt hat die Stadt ein grosses Problem: Dies waren die einzigen Benzinvorräte für die Stadt.» In den Tanks hätten Vorräte für drei Monate gelagert. Misrata, eine im Ghadhafi-kontrollierten Westen des Landes gelegene Enklave, wird von den Regimegegnern seit mehr als zwei Monaten gegen die Ghadhafi-Truppen verteidigt.

Helikoptereinsatz als humanitäre Aktion getarnt

Die Rebellen warfen den Truppen am Samstag zudem vor, Helikopter mit den Emblemen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds versehen und mit ihnen Minen in den Gewässern vor Misrata gelegt zu haben. Mit den Symbolen der Hilfsorganisationen hätten die Getreuen des Machthabers den Eindruck einer «humanitären Aktion» erwecken wollen, sagte der Vertreter des Übergangsrats in Misrata, Suleiman Fortija.

Ein humanitärer Helfer bestätigte, am Freitag Helikopter des Roten Halbmonds beim Abwurf von Minen gesehen zu haben. Ein Nato-Vertreter erklärte wiederum, am Donnerstag hätten Helikopter das Flugverbot in Libyen verletzt. Nähere Angaben konnte er jedoch nicht machen.

Gefechte an Grenze zu Tunesien

An der Grenze zwischen Libyen und Tunesien kam es am Samstag erneut zu Gefechten. Ghadhafi-Truppen feuerten Artilleriegeschosse auf Tunesien ab. Mindestens vier seien in dem Nachbarland eingeschlagen, berichteten Anwohner.

Die Gefechte in der Grenzregion haben zuletzt deutlich zugenommen. Im Mittelpunkt steht der tunesische Grenzort Dehiba, wo sich libysche Rebellen verschanzt haben.

Die Aufständischen kämpfen darum, die Kontrolle über den nahe gelegenen Grenzübergang Dehiba-Wassin zu behalten. Mit Hilfe des Übergangs können sie den Nachschub für ihre Truppen in den westlichen Bergregionen sichern.

Anwohner von Dehiba riefen die tunesische Regierung um Hilfe an. Diese warnte Libyen vor einem weiteren Bombardement. Tunesien werde die Grenze zu Libyen offen halten, damit die libysche Bevölkerung vor den Kämpfen flüchten könne, hiess es in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur TAP verbreiteten Pressemitteilung des Aussenministeriums.

Tunesische Soldaten patrouillierten durch die Grenzstadt, nachdem die Kämpfe am Samstag wieder begonnen hatten. Schulen in der Grenzregion wurden evakuiert. Mehr als 30'000 Libyer sind bereits aus der Bergregion südlich von Tripolis nach Tunesien geflüchtet.

SDA/kpn

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