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Mubaraks Innenminister muss zwölf Jahre hinter Gitter

Der frühere ägyptische Innenminister wurde wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Es könnte der Auftakt einer Urteilsserie gegen Leute aus dem Umfeld des ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak sein.

Zwölf Jahre im Dienste des Präsidenten: Habib al Adli (mitte) und Hosni Mubarak (links). (Archivbild)
Zwölf Jahre im Dienste des Präsidenten: Habib al Adli (mitte) und Hosni Mubarak (links). (Archivbild)
Keystone

Der frühere ägyptische Innenminister Habib al Adli ist wegen Korruption und Geldwäsche zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Das heutige Urteil war das erste gegen ein Mitglied der Regierung des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak. Eine Reihe weiterer ehemaliger Kabinettsmitglieder und Geschäftsleute mit Verbindungen zur Regierung sowie zwei Söhne Mubaraks wurden seit dem Sturz des Präsidenten am 11. Februar festgenommen und stehen ebenfalls unter Korruptionsverdacht.

Das Gericht verurteilte al Adli des Weiteren zu einer Strafzahlung von 15 Millionen ägyptischer Pfund (1,7 Millionen Euro) und ordnete ausserdem die Beschlagnahmung seiner Besitztümer an. Al Adli muss sich in einem getrennten Verfahren wegen des Vorwurfs verantworten, er habe während der Proteste gegen Mubarak in Kairo Anweisungen gegen, scharfe Munition gegen unbewaffnete Demonstranten einzusetzen. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Dieselben Vorwürfe werden auch gegen Mubarak und seinen Sohn Gamal erhoben. Bei den 18 Tage währenden Protesten, die zum Sturz Mubaraks führten, kamen 850 Menschen ums Leben.

Verantwortung für die gefürchteten Sicherheitsdienste

Al Adli diente unter Mubarak 13 Jahre lang als Innenminister und war damit Befehlshaber der 500'000 Mann starken, für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen Sicherheitsdienste. Die Wut über die gewalttätigen Übergriffe - insbesondere des berüchtigten Staatssicherheitsdiensts - waren eine massgebliche Motivation für die Proteste.

Auch für das plötzliche Verschwinden der Polizei von den Strassen Kairos während der Unruhen wird al Adli verantwortlich gemacht. Bis heute sind die Umstände nicht restlos geklärt. Die Folgen sind jedoch noch heute zu spüren: Tausende Gefangene konnten aus den Gefängnissen des Landes fliehen und viele von ihnen wurden noch nicht wieder gefasst.

dapd/mrs

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