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Syrische Armee stürmt Küstenstadt Banias

Panzer sind in die Protesthochburg Banias eingerückt. Um ein Vorrücken zu verhindern, bilden die Einwohner menschliche Schutzschilde. Die USA drohen Assad derweil mit «einer starken internationalen Reaktion».

Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Gespaltene Bevölkerung: Regime-Anhänger protestieren gegen den US-Botschafter Robert Ford. Syrische Sicherheitskräfte sichern ab. (8. Juli 2011)
Reuters
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Demonstration nach dem Freitagsgebet in Damaskus. (8. Juli 2009)
Reuters
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Ein Amateurvideo zeigt, wie Panzer der Regierung in die Stadt Daraa einfahren.(25. April 2011)
Reuters
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Die Panzer seien am frühen Morgen in die Stadt eingedrungen und seien auf dem Weg in die südlichen Stadtteile, wo der Widerstand gegen die Regierung in Damaskus besonders stark ist, sagten Menschenrechtsaktivisten in Telefonaten mit der Nachrichtenagentur AFP. Die Stadtteile mit alawitischer Bevölkerung - die mächtige Minderheit in dem arabischen Land - seien nicht betroffen.

Einwohner der Stadt hätten «menschliche Schutzschilde gebildet», um die Panzer am Vordringen zu den südlichen Stadtvierteln zu hindern. An der Küste der Viertel patroullierten Marineschiffe. Die Kommunikationsverbindungen sowie die Stromversorgung wurden den Angaben zufolge unterbrochen. Die Menschenrechtsaktivisten berichteten, dass die Armee ausserdem das an Banias angrenzende Dorf Baida mit Panzern umstellt habe.

26 Tote am Freitag

Banias wird seit mehr als einer Woche von der Armee belagert, in den vergangenen Tagen wurde die Belagerung nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten mit Panzern und weiteren Soldaten verstärkt. In der Stadt hatten tausende Menschen gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad demonstriert.

Bei einem «Tag des Trotzes» der Opposition töteten die syrischen Sicherheitskräfte am Freitag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 26 Demonstranten. Die Todesopfer wurden aus Homs, Hama, Latakia und Dschabla gemeldet. Die Proteste gegen die Regierung waren am 18. März in Daraa im Süden des Landes ausgebrochen und hatten sich von dort ausgebreitet.

USA reagieren

Die US-Regierung hat Syrien für den Fall weiterer Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten weitere Strafmassnahmen angedroht. «Die USA denken, dass die beklagenswerten Akte Syriens gegen sein Volk eine starke internationale Reaktion rechtfertigen», erklärte das Weisse Haus am Freitag. Zugleich verurteilte es die «brutale» Gewaltanwendung syrischer Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten sowie Massenverhaftungen.

Wenn die Führung in Damaskus die Gewalt nicht beende, würden die USA und ihre internationalen Partner «neue Massnahmen ergreifen, um unsere entschiedene Gegnerschaft gegen die Art, wie die syrische Regierung ihr Volk behandelt, klar vernehmbar zu machen». Ende April hatte US-Präsident Barack Obama Wirtschaftssanktionen gegen mehrere Mitglieder der syrischen Führung, darunter der Bruder von Präsident Baschar el Assad, Mahir al-Assad, verhängt. Die Strafmassnahmen begründete er mit «Menschenrechtsverletzungen in Syrien».

EU erlässt Einreiseverbote und Vermögenssperren

Am Freitag einigten sich auch die EU-Länder auf ein Sanktionspaket gegen das Land. Dazu gehören gezielte Strafmassnahmen in Form von Einreiseverboten und Vermögenssperren gegen 13 Vertreter der Regierung in Damaskus, bislang jedoch nicht gegen Präsident Assad. Weitere Schritte gegen den Staatschef sollen nach Diplomatenangaben zu Beginn der kommenden Woche gesondert diskutiert werden.

SDA/ AFP/jak

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