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«Die Disziplin hilft, solche Katastrophen zu meistern»

Der Japan-Kenner Knut von Hofmann ordnet die gefassten Reaktionen ein. Er erfährt dabei, dass Japaner auf Naturkatastrophen weniger emotional reagieren.

Rauch umhüllt die Skyline von Tokio: Der Blick aus einem Bürohaus.
Rauch umhüllt die Skyline von Tokio: Der Blick aus einem Bürohaus.

Es fällt auf, dass viele Menschen in Japan ausgesprochen gefasst auf die Katastrophe reagiert haben. Wie lässt sich dieser Gleichmut erklären?

Die Religion ist natürlich daran beteiligt, der Buddhismus prägt Japan seit etwa 1300 Jahren, vor allem der Zen-Buddhismus, der die Disziplin herausfordert und erzwingt. Aber diese Art der Reaktion geht über die Religion hinaus; sie gehört einfach zur japanischen Mentalität. Sie hängt auch damit zusammen, dass Japan seit Jahrtausenden mit Naturkatastrophen konfrontiert ist. Tsunamis und Erdbeben sind nichts Neues für dieses Land, die gab es schon immer. Man ist sie gewohnt, hat also gelernt, mit ihnen umzugehen. Das jüngste Erdbeben fiel allerdings stärker aus als frühere – dasselbe gilt für den Tsunami.

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