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Wie die Atomlobby die Politik elektrisierte

Seit Jahren hat die japanische Regierung die Förderung alternativer Energien sträflich vernachlässigt.

Heile Welt? Japaner beim Fischen vor einem Atomkraftwerk.
Heile Welt? Japaner beim Fischen vor einem Atomkraftwerk.
Keystone

Japan habe keine Alternative zur Kernenergie, heisst es. Richtiger ist: Die Regierung in Tokio hat sich nie um Alternativen gekümmert. Sie hat erneuerbare Energien bisher vernachlässigt oder ignoriert, dafür pries sie die Kernenergie als grüne Energie.

Die wichtigste Alternative zum Energieverbrauch ist das Sparen: Während Japans Industrie weltweit die höchste Energie-Effizienz erreicht, verschwenden Japans Konsumenten Strom. Ihre Häuser, meist aus Fertigteilen, sind nicht isoliert, die dünnen Wände dämmen keine Wärme. Im Winter wird deshalb mit elektrisch betriebenen Klimaanlagen geheizt, im Sommer gekühlt. Erklärt wird die Billigbauweise der Wohnhäuser oft mit den hohen Grundstückpreisen. Wer Land gekauft habe, habe nicht auch noch Geld für gutes Bauen. In Japan werden zwar Isolationsfenster hergestellt, aber fast nur für den Export.Dabei hat Japan eine lange Geschichte des Energiesparens. Vor 200 Jahren galten in vielen Regionen Gesetze, die den Wohnraum der Menschen limitierten; damit begrenzte man den Verbrauch von Brennholz. Auch die Bauvorschriften zielten aufs Energiesparen. Selbst der Vegetarismus, in Japan über ein Jahrtausend Gesetz und meist mit dem Buddhismus erklärt, war eine Sparmassnahme. Man hatte nicht genug Landwirtschaftsfläche, um Tiere zu füttern.

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