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Wer ist der neue Premier David Cameron?

Er gilt als Publikumsliebling und Modernisierer, aber auch als verwöhnter Spross der Oberklasse: David Cameron, der neue britische Premier.

David Cameron hat am Dienstagabend seinen Amtsantritt als britischer Premierminister bekannt gegeben. Nach 13 Jahren zieht somit erstmals wieder ein Konservativer, ein Tory, in die Downing Street ein. Seine Unterstützer hoffen auf einen modernen, wirtschaftsfreundlichen Kurs, seine Kritiker fürchten einen Abbau des Sozialstaats und ein Zurückkrebsen bei den Regulierungen der Finanzbranche, die Vorgänger Gordon Brown eingeführt hatte.

Wer ist David Cameron? Der 43-jährige, smarte Oxford-Absolvent hat die britischen Konservativen zu einer zeitgemässen Partei gemacht. Er wird gerne mit Tony Blair verglichen, der einst die Labour-Partei von altem Gedankengut entrümpelte. Und wie Blair versteht es auch Cameron, mit den Medien umzugehen : Er wirkt im Gegensatz zum scheidenden Premierminister Gordon Brown jugendlich, frisch und schlagfertig.

Als Schnösel verschrieen

Cameron hat eine rasante Karriere hinter sich. Nur vier Jahre brauchte er, um vom ersten Mandat 2001 als Abgeordneter auf den Chefsessel der Tories zu wechseln. Bei seinem jetzt bevorstehenden Einzug in die Downing Street ist er genauso jung wie einst Blair, der dort 1997 für Labour antrat. Jedoch hat er in seiner Partei auch Kritiker, denen die Modernisierungen zu weit gingen.

Vor allem bei der Arbeiterklasse gilt Cameron ausserdem als aalglatter «Schnösel». Sein Vater war ein wohlhabender Börsenmakler, seine Mutter stammt aus einer Familie von Tory-Abgeordneten. Cameron ging auf das private Elite-Internat Eton, sein Studium in Oxford schloss er mit Auszeichnung ab.

Grüner Daddy statt «Eiserne Lady»

Seine Frau Samantha stammt aus einer reichen, adligen Familie und ist Kreativdirektorin bei einem Hersteller von Luxus-Büromaterialien. Doch Cameron arbeitete hart daran, nicht bloss als Advokat der Reichen herüberzukommen.

Er setzte sich auch von der «Eisernen Lady» Margaret Thatcher ab, die mit sozialen Einschnitten Wähler vergrault hatte. Cameron gibt sich gerne als umweltbewusster Vater, der morgens joggt, mit dem Velo zu Arbeit fährt und abends seine Kinder in die Arme schliesst.

Gerne zeigt er auch seine Familie vor der Kamera, was ihm Kritik einbrachte. Die Camerons haben zwei kleine Kinder, ein weiteres soll im September geboren werden. Vergangenes Jahr traf sie ein Schicksalsschlag, als ihr schwer behinderter Sohn Ivan starb.

Cameron wird nun beweisen müssen, ob er die Modernisierungsversprechen halten kann, die er im Wahlkampf unermüdlich aussprach – oder ob er trotz seines volksnahen, jugendlichen Auftretens zu einem eisernen Premier wird.

SDA/oku

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