Zum Hauptinhalt springen

Abmachungen mit Peugeot verärgern Sozialisten

Gestern erklärte Frankreichs Ex-Premier Fillon, Nicolas Sarkozy habe den Automobilkonzern PSA gebeten, den geplanten Sozialplan auf die Zeit nach dem Wahlkampf zu verschieben. Die Reaktion bleibt nicht aus.

Wollte die schlechte Nachricht von PSA nicht mehr in seiner Amtszeit verbreiten: Frankreichs Ex-Premier Nicolas Sarkozy. (Archivbild)
Wollte die schlechte Nachricht von PSA nicht mehr in seiner Amtszeit verbreiten: Frankreichs Ex-Premier Nicolas Sarkozy. (Archivbild)
Keystone

Im Juli hatte der französische Automobilkonzern PSA die Streichung von 8000 Stellen in ganz Frankreich angekündigt, was zu Demonstrationen und Arbeitsniederlegungen in den betroffenen Werken geführt hatte. Seither wirft Frankreichs sozialistische Regierung – allen voran Industrie-Reformminister Arnaud de Montebourg – dem ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy vor, PSA beeinflusst zu haben, damit der geplante Sozialplan und die Ankündigung des Stellenabbaus auf François Hollandes Amtszeit verschoben werden konnten.

François Fillon scheint die Vorwürfe nun untermauert zu haben: Gestern Abend erklärte der Ex-Premierminister auf France 2, Nicolas Sarkozy habe den PSA-Chef Philippe Varin gebeten, den Sozialplan zu verschieben. Der Ex-Präsident habe den Sozialplan «nicht wirklich gewollt», sagte er im Rahmen der Sendung «Des paroles et des actes». Auch habe Sarkozy nicht verlangt, dass die Ankündigung der sozialen Massnahmen verschoben werde, sondern der Sozialplan insgesamt, «was nicht aufs Gleiche herauskommt». Fillon rechtfertigte Sarkozys Eingriff als «politischen Entscheid, welchen man durchaus diskutieren kann».

Hollandes Regierung reagiert derweil zornig. Die Sprecherin von Hollandes Regierung, Najat Vallaud-Belkacem, bezeichnete Sarkozys Eingreifen als «sehr schlimm» und warf Sarkozys Regierung Zynismus vor. «Das ist doch genau das, was wir seit Monaten anprangern, und nun hat es François Fillon selber zugegeben», sagte die Ministerin gegenüber France 2.

Als Grund für den massiven Stellenabbau nannte PSA den Absatzeinbruch am europäischen Automarkt. «Wir haben die höchsten Arbeitskosten in Europa und wir stellen 44 Prozent unserer Produktion in Frankreich her, also müssen die Arbeitskosten massiv gesenkt werden», erklärte Varin im Juli gegenüber dem Sender RTL.

(cor/afp)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch