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Assange beschuldigt die Polizei der Manipulation

Die beiden Frauen, die ihm sexuelle Nötigung vorwerfen, seien von der Polizei getäuscht worden, behauptet Wikileaks-Gründer Julian Assange. Die Behörden hätten es ausgenutzt, dass sie in Panik geraten seien.

Beteuert, dass der Sex einvernehmlich war: Julian Assange auf dem Balkon von Ecuadors Botschaft in London. (Archivbild)
Beteuert, dass der Sex einvernehmlich war: Julian Assange auf dem Balkon von Ecuadors Botschaft in London. (Archivbild)
Frank Augstein, Keystone
Die schwedische Staatsanwältin Marianne Ny führt die Strafuntersuchung gegen Julian Assange, der unter Vergewaltigungsverdacht steht.
Die schwedische Staatsanwältin Marianne Ny führt die Strafuntersuchung gegen Julian Assange, der unter Vergewaltigungsverdacht steht.
Keystone
Am 7. Dezember 2010 wird Assange in London verhaftet. Er sass mehrere Tage in Untersuchungshaft.
Am 7. Dezember 2010 wird Assange in London verhaftet. Er sass mehrere Tage in Untersuchungshaft.
Reuters
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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange hat der schwedischen Justiz und Polizei Fehlverhalten vorgeworfen. In einem Interview mit dem britischen Rundfunk BBC sagte der 39-jährige Australier, die beiden schwedischen Frauen, die ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorwerfen, seien womöglich «in Panik» geraten und von der Polizei «hereingelegt» worden. Der Chef der Internet-Enthüllungsplattform sieht «ernste Probleme» mit der schwedischen Staatsanwaltschaft und glaubt nicht, dass er mit einem normalen Verfahren rechnen könnte.

Die beiden jungen Frauen seien «in Panik» geraten, da sie befürchteten, dass er sie mit einer sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt habe, sagte Assange in dem Interview, das im Osten Englands im Haus eines reichen Gönners geführt wurde, wo Assange seit seiner Entlassung auf Kaution wohnt. Als die Frauen herausgefunden hätten, dass sie im August beide mit ihm Sex hatten, hätten sie sich an die Polizei gewandt und um Rat gefragt. Nach Aussagen Assanges «sprang die Polizei sofort darauf an und legte die Frauen herein».

Behörden wollten kein Verhör per Video

Der schwedischen Justiz warf Assange vor, er glaube nicht an einen fairen Verlauf des Verfahrens in Schweden und wehre sich daher gegen seine Auslieferung. Sein Angebot zu einem Interview über Videolink oder durch schwedische Beamte in England hätten die Behörden abgelehnt. «Ich muss nicht nach Schweden zurück. Dem Gesetz nach habe ich gewisse Rechte, und diese Rechte bedeuten, dass ich nicht mit jedem beliebigen Staatsanwalt sprechen muss, der eine Unterhaltung haben möchte», sagte Assange.

Assange war aufgrund eines von der schwedischen Justiz ausgestellten Haftbefehls in England festgenommen und dann gegen eine Kaution wieder freigelassen worden. Die schwedische Justiz verlangt wegen der Vergewaltigungsvorwürfe seine Auslieferung.

AFP/miw

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