Zum Hauptinhalt springen

Athen: «Haben keine Zeit mehr»

Die Krise Griechenlands wird immer prekärer. Premierminister Papademos sucht Unterstützung für weitere Sparmassnahmen.

«Anders geht es nicht»: Lucas Papademos empfängt eine Delegation griechischer Geschäftsleute in Athen. (4 Januar 2012)
«Anders geht es nicht»: Lucas Papademos empfängt eine Delegation griechischer Geschäftsleute in Athen. (4 Januar 2012)
Keystone

Die neue griechische Regierung steht mit dem Rücken zur Wand. «Wir müssen jetzt handeln. Wir haben keine Zeit mehr», drängte der griechische Regierungssprecher Pantelis Kapsis heute im griechischen Fernsehen. Die Griechen müssten noch härtere Sparmassnahmen in Kauf nehmen. «Anders geht es nicht», sagte er. Athen hinkt bei der Umsetzung der geforderten Sparmassnahmen für weitere Milliardenkredite hinterher.

Die Kontrolleure der internationalen Geldgeber Athens werden ab kommenden Montag in Athen erwartet, um die Sparfortschritte zu überprüfen. Offen sind weitere Finanzhilfen für Griechenland, um eine Pleite des Landes abzuwenden. Das betrifft die ursprünglich für Dezember geplante siebte Tranche von fünf Milliarden Euro aus dem ersten Hilfspaket als auch das zweite geplante Rettungspaket von 130 Milliarden Euro.

Papademos sucht Rückendeckung

Spekuliert wird in griechischen Medien, ob der Termin von der sogenannten «Troika» des Internationalen Währungsfonds (IWF), Europäischen Zentralbank (EZB) und EU-Kommission verschoben wird, weil Athen bei den Einsparungen im Rückstand ist.

Der griechische Ministerpräsident, Finanzexperte Lucas Papademos, will deshalb diese Woche mit allen Parteivorsitzenden sprechen, die seine Regierung unterstützen. Er will ihnen die dramatische Lage schildern und ihre Unterstützung einfordern, um die neuen Sparmassnahmen durchs Parlament zu bringen.

Schäuble räumt Schwierigkeiten ein

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Schwierigkeiten des Euro-Rettungsfonds (EFSF) eingeräumt, Investoren zu Einzahlungen in den Fonds zu bewegen. Mögliche Geldgeber erwarteten offensichtlich «höhere Garantien» für ihr Engagement, sagte Schäuble heute dem Radiosender SWR2.

Medienberichten vom Wochenende zufolge geht EFSF-Chef Klaus Regling inzwischen davon aus, dass er möglichen Geldgebern eine Absicherung von 30 Prozent bieten muss, da ihnen eine Garantie von 20 Prozent zu niedrig sei. Reglings Suche nach privaten Investoren habe gezeigt, dass diese «höhere Garantien» forderten, sagte Schäuble. Das bedeute jedoch nicht, dass der EFSF-Fonds kein Geld mehr habe.

sda/afp/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch