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Neben der Leiche lag eine IS-Fahne

Nach der Schiesserei in Brüssel gibt die Polizei Informationen zum Getöteten bekannt. Zwei weitere Verdächtige sind auf der Flucht.

Zertrümmerte Fenster: In diesem Haus in Brüssel versteckten sich die Terrorverdächtigen. (16. März 2016)
Zertrümmerte Fenster: In diesem Haus in Brüssel versteckten sich die Terrorverdächtigen. (16. März 2016)
AP Photo/Geert Vanden Wijngaert
Bei einer Razzia im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris kam es in Brüssel im Stadtteil Forest zu einem Schusswechsel: Spezialkräfte an der Diesstraat während der Schiesserei. (15. März 2016)
Bei einer Razzia im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris kam es in Brüssel im Stadtteil Forest zu einem Schusswechsel: Spezialkräfte an der Diesstraat während der Schiesserei. (15. März 2016)
Dirk Waem, AFP
Aus noch ungeklärten Gründen soll gab es starke Rauchentwicklung in einem Haus, in dem sich Verdächtige aufhielten.
Aus noch ungeklärten Gründen soll gab es starke Rauchentwicklung in einem Haus, in dem sich Verdächtige aufhielten.
Laurent Dubrule, Keystone
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Nach dem Anti-Terror-Einsatz in Brüssel fahndet die belgische Polizei mit Hochdruck nach zwei flüchtigen Männern, die am Vortag mutmasslich auf Polizisten geschossen hatten. Wie die belgische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wurden nach dem Einsatz zwei Männer festgenommen, doch war zunächst unklar, ob es sich um die beiden Flüchtigen handelte. Die Behörden behielten die Terrorwarnung auf der zweithöchsten Stufe. Die belgische Polizei hatte am Dienstag im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris ein Haus im Brüsseler Vorort Forest durchsucht. Dabei war sie unter Beschuss geraten, vier Beamte wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Ein Angreifer wurde bei dem Feuergefecht mit der Polizei von einem Scharfschützen erschossen. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 35-jährigen Algerier, der sich illegal in Belgien aufhielt. Der Polizei war er nur wegen eines Diebstahls aus dem Jahr 2004 bekannt, auch den Geheimdiensten lagen keine Hinweise auf eine verdächtige Radikalisierung vor.

Kalaschnikow, aber kein Sprengstoff

Neben der Leiche fand die Polizei eine Fahne der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sowie ein Buch über den Salafismus. Der Mann hatte mit einer Kalaschnikow auf die Polizisten geschossen und offenbar reichlich Munition bei sich. Sprengstoff fand die Polizei nicht bei ihm. «Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, Tag und Nacht, und es ist im Augenblick aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht möglich, weitere Einzelheiten mitzuteilen», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Unter anderem sollten die beiden am Abend und in der Nacht festgenommenen Männer verhört werden. Der eine hatte sich zuvor wegen einer Beinverletzung an ein Krankenhaus in Brüssel gewandt. Bei dem anderen könnte es sich um seinen Begleiter gehandelt haben, der beim Eintreffen der Polizei die Flucht ergriffen hatte. Ob sie in die Schiesserei Stunden zuvor verwickelt waren, blieb zunächst unklar.

«Ruhe bewahren»

Nach dem Einsatz wurden am Dienstagabend und in der Nacht vier weitere Gebäude durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft wurde dabei in einem nahegelegenen Gebäude eine weitere Kalaschnikow gefunden.

Die für die Einschätzung der Terrorgefahr zuständige Behörde Ocam beschloss unterdessen, die Terrorwarnung auf der zweithöchsten Stufe zu belassen. Regierungschef Charles Michel rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren.

Nach den Anschlägen von Paris war bisher nur einmal, am 21. November, die höchste Terrorwarnung für Brüssel ausgerufen worden – fünf Tage lang war der öffentliche Verkehr in der Stadt eingestellt, alle Schulen blieben geschlossen.

Salah Abdeslam noch immer auf der Flucht

Islamisten hatten am 13. November bei einer Reihe koordinierter Attacken in Paris 130 Menschen getötet. Zur schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Mehrere der Attentäter von Paris stammten aus dem Brüsseler Problemviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt; einer ihrer mutmasslichen Helfer, Salah Abdeslam, ist bis heute auf der Flucht. Nach den Anschlägen war daher Kritik an der Arbeit der belgischen Ermittler laut geworden. Seit Mitte November wurden allein in Belgien mehr als hundert Razzien vorgenommen, gegen elf Verdächtige wurde Anklage erhoben.

SDA/fal

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