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Berlusconi und Fini bekriegen sich per Video

Silvio Berlusconi und sein früherer Partner, Kammer-Präsident Gianfranco Fini setzen ihre politische Schlammschlacht mit Video-Botschaften fort.

Zwei, die nichts mehr vereint: Die ehemaligen Parteikollegen Gianfranco Fini (links) und Silvio Berlusconi.
Zwei, die nichts mehr vereint: Die ehemaligen Parteikollegen Gianfranco Fini (links) und Silvio Berlusconi.
Keystone

Beide gaben am Samstagabend getrennt Video-Botschaften heraus, in denen sie das miese Bild beklagen, das die italienische Politik in den vergangenen Wochen abgegeben habe - und die Schuld daran trage jeweils der andere Politiker.

Aktueller Hintergrund ist vor allem, dass Berlusconi in diesen Tagen eine Regierungserklärung vorbereitet, mit der er die Fini- Anhänger im Parlament in Rom zwingen will, Farbe zu bekennen.

Für Fini ging es aber auch darum, angesichts von Vorwürfen im Zusammenhang mit einem undurchsichtigen Immobiliengeschäft in Monte- Carlo in die Offensive zu gehen. In diese Affäre könnte sein Schwager Giancarlo Tulliani verwickelt sein. In der Sache sei eine «Verleumdungskampagne von Mitte-Rechts-Zeitungen» gegen ihn geführt worden, sagte Fini.

Fini stellt Bedingung

Berlusconis Lager hat mehrfach von dem früheren Verbündeten verlangt, nach dem Ausscheiden aus der Regierungspartei sein Amt als Kammerpräsident niederzulegen. «Wenn Giancarlo Tulliani Besitzer (der Wohnung) ist, dann lege ich mein Amt nieder», erklärte Fini jetzt. «Aber ich weiss nicht, wer der wirkliche Besitzer ist.»

Während Fini von einem deprimierenden Spektakel sprach, das Italiens Politik veranstalte, nannte Berlusconi das Bild wirklich desaströs, voller Beleidigungen und falscher Anschuldigungen. Finis Lager hatte vermutet, Berlusconi stecke hinter den vermeintlichen Enthüllungen zu dem Immobiliengeschäft.

Seine Regierung halte sich aus diesem Kindertheater heraus und arbeite, so meinte dagegen der Mitte-Rechts-Regierungschef. Er möchte weiter regieren, das Ende der Legislaturperiode ist 2013. Doch der Koalitionspartner Lega Nord strebt eher Neuwahlen ab. Berlusconi hatte auch angekündigt, die Vertrauensfrage zu stellen, um die Mehrheitsverhältnisse zu klären.

SDA/mrs

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